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"Wir machen Deutschland heiß auf Golf" |
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Mittwoch, 23. Juni 2010 |
Die Vereinigung clubfreier Golfspieler versteht sich als Förderer des Golfsports in Deutschland. teeoff24.de hakt nach bei VcG-Geschäftsführer Marco Paeke
Den Golfsport in Deutschland fördern, Einstiegsbarrieren abbauen – so steht es im Statut der Vereinigung clubfreier Golfspieler (VcG). Seit ihrer Gründung 1993 hat die VcG über 14,5 Millionen Euro investiert, um Golf zu fördern. Sie ist einer der größten Unterstützer des Golfsports in Deutschland. Eine ehrbare Aufgabe, die vielerorts allerdings immer noch auf Vorbehalte stößt. teeoff24 traf Marco Paeke, Geschäftsführer der VcG, und sprach mit ihm über die Mission der VcG, kursierende Vorurteile und das schönste Hobby der Welt.
Herr Paeke, die VcG verzeichnet ein Mitgliederplus von 3.700 im letzten Jahr und hat insgesamt über 20.000 Mitglieder, Krisenstimmung liegt Ihnen wohl fern?
In der Tat, dies spiegelt allerdings auch die Gesamtsituation auf dem Golfmarkt wider. Den Menschen scheint auch in Zeiten knapper Haushaltskassen der Wert von Freizeit und deren aktive Gestaltung wichtig zu sein. Die VcG verzeichnet stabile Zuwächse und profitiert stark von der positiven Entwicklung des Golfs zum Breitensport. Eine Entwicklung, die wir natürlich auch aktiv fördern.
Marktforschungen zufolge gibt es in Deutschland rund 2 Millionen Menschen, die von sich behaupten, zu golfen…
In der Tat laufen da draußen viele, nennen wir sie Gelegenheitsgolfer, herum, die nirgends Mitglied sind und eben nur ab und an die Schläger schwingen. Diese Spieler verfügen über kein Handicap, können nicht an Turnieren teilnehmen und auch nur so genannte öffentliche Kurzplätze nutzen. Die Öffnung des Golfmarkts und der Boom von öffentlichen Anlagen und Driving Ranges zielt natürlich genau auf deren Bedürfnisse ab. Genau dort wollen wir ansetzen. Unsere neue Kampagne „Jetzt richtig golfen“ richtet sich an alle Spieler, die ab und zu golfen, gern unterschiedliche Plätze nutzen und häufig parallel noch weitere Sportarten ausüben. Ihnen wollen wir eine kostengünstige und flexible Möglichkeit aufzeigen, die Faszination Golfsport voll auszuschöpfen und sich auf echten, großen Plätzen zu bewegen.
Eine Aktion, die bei einigen Clubs sicherlich auf Bedenken stoßen könnte!
Wer so was sagt, hat die Mission der VcG nicht verstanden. Die Meinung, die VcG nähme den Clubs die Mitglieder weg, ist nie haltbar gewesen und völlig entgegen der Aufgabe der VcG, die wir vor 17 Jahren bei Gründung vom Deutschen Golf Verband bekommen haben. Und das ist wichtig zu betonen: Die VcG ist entstanden im Rahmen einer Initiative des DGV, wir sind ordentliches Mitglied und die einzige offiziell anerkannte Interessenvertretung clubfreier Golfspieler in Deutschland. Das ist sehr wichtig, geht im allgemeinen Dschungel an Angeboten für Golfmitgliedschaften aber manchmal leider unter. Natürlich akquirieren wir Golfer, aber die VcG spricht eben Gelegenheitsgolfer an, also all diejenigen, deren Rundenzahl pro Jahr noch gering ist, die einfach, wenn mal Zeit ist, das Greenfee zahlen und auf die Runde gehen wollen. Wir verstehen uns als Partner der Clubs, als eine Art Durchlauferhitzer, wir machen Deutschland heiß auf Golf.
Was bietet die VcG den Clubs denn?
Allen an unserem Sport Interessierten bieten wir eine möglichst unkomplizierte und preisgünstige Spielmöglichkeit. Mit unserem Angebot erreichen wir Golfeinsteiger und gelegentliche Golfer und führen diese an den Golfsport und damit mittel- bis langfristig auch an die Clubs heran. Wer dann von einem Gelegenheitsspieler zu einem ambitionierten Freizeitgolfer geworden ist, der tritt früher oder später eh dauerhaft einem Club bei, weil es sich einfach besser rechnet. Davon profitieren die Clubs. Zusätzlich spielen wir den Clubs Greenfee-Golfer zu und sorgen damit für Mehreinnahmen, von denen jeder Club profitiert.
Dabei heißt es häufig, Mitglieder der VcG müssten ein höheres Greenfee bezahlen?
Vereinzelt ist dies noch der Fall. Dagegen arbeiten wir gezielt und können dies oft durch persönliche Gespräche bereinigen. Fakt ist, dass unsere Mitglieder bei 75 Prozent unserer 650 Partnerclubs nicht mehr als andere Greenfee-Spieler zahlen. Übrigens akzeptieren 95 Prozent der deutschen Clubs inzwischen VcGler auf ihren Grüns.
Wie steht es um die Spielstärke der VcG-Mitglieder?
Wir sind Heimat für Gelegenheitsgolfer, daraus ergibt sich natürlich, dass unsere Mitglieder weniger intensiv spielen und überwiegend Anfänger mit PE und einem Handicap über -36 sind. Ich höre bei meinen Besuchen in Golfclubs aber oft, dass VcGler gerne gesehen sind, weil sie den Sport mit Ernsthaftigkeit betreiben, gut ausgebildet sind und den Platz nicht zerhacken. Mit der Handicap-Führung, unserer eigenen Turnierserie „hit and hope“ sowie einer Intensivierung von Angeboten zur PE-Prüfung nach den DGV-Richtlinien wollen wir unsere Mitglieder noch weiter motivieren, ihr Spiel zu verbessern und für eine gute Ausbildung sorgen.
Dennoch gibt es Unterschiede zwischen Club- und clubfreien Golfern!
Ja, natürlich, aber genau hier liegt ja auch die Legitimation der VcG. Wir bieten etwas anderes als die Clubs und richten uns an eine andere Zielgruppe, eben die Einsteiger und Gelegenheitsgolfer. Der wesentliche Unterschied liegt im Spielverhalten: VcGler spielen verhältnismäßig selten, nämlich durchschnittlich nur 15 Runden pro Jahr, davon sieben auf 9-Loch-Plätzen, Clubgolfer dagegen 41 auf 18-Loch-Plätzen. Wichtig ist auch, dass der clubfreie Golfer in der Regel nicht nur einen, sondern durchschnittlich fünf verschiedene Plätze bespielt.
Sie verstehen sich als Förderer des Golfsports. Warum?
Seit ihrer Gründung hat die VcG über 14 Millionen Euro für Förderprojekte zur Verfügung gestellt. Unter anderem haben wir den Bau öffentlicher Golfanlagen ermöglicht und dadurch Jedermann Gelegenheit zum Abschlag gegeben. Sehr am Herzen liegt uns auch das DGV-Projekt „Abschlag Schule“, das wir jährlich mit einer Million Euro unterstützen, und durch das tausende Kinder und Jugendliche an den Sport herangeführt werden. In die gleiche Richtung zielt auch unser Engagement für „Jugend trainiert für Olympia“. Wir verstehen uns als Förderer des Golfsports in Deutschland. Ein Grund, weshalb uns auch die Ryder Cup Bewerbung so sehr am Herz liegt. Es geht hierbei um die Emotionalisierung des Golfsports. Es geht ums Mitfiebern, es geht um Idole, und dann selbst dieses „Golf-Hochgefühl“ haben wollen, den Sport ausprobieren wollen, das erhoffen wir uns. Denn Hand aufs Herz: Kaum ein anderes Hobby, kaum ein anderer Sport ist doch so emotional wie Golf (lacht).
Sie haben im letzten Jahr sehr erfolgreich eine Kampagne gegen Auslandsmitgliedschaften gefahren. Wie kam es dazu?
Wer Golf als ein Hobby sieht, das er regelmäßig betreibt, der kommt um eine Golf-Mitgliedschaft nicht herum, klar. Irgendwann muss sich jeder Golfer entscheiden, wo er hin will, und da der Vertrieb von dubiosen Auslandsmitgliedschaften derzeit recht aggressiv gehandhabt wird und auch viele Einsteiger im Urlaub ihre erste Berührung mit Golf haben, fallen immer mehr Golfer auf die schwarzen Schafe unter den Anbietern von Auslandsmitgliedschaften herein. Auslandsmitgliedschaften bringen keine Beiträge für den DGV und am Ende der Kette für die Clubs. Sie hemmen ganz einfach die Golfinfrastruktur in Deutschland. Wir wollten dieser Entwicklung deshalb mit einem attraktiven Angebot zum Wechsel entgegen wirken. Mit großem Erfolg wie sich zeigte. Über 700 Spieler mit Auslandsmitgliedschaft wechselten zur VcG!
Herr Paeke, vielen Dank für das Gespräch.
Internet: www.vcg.de
Foto: C. Boeckheler
» 1 Kommentar
1Kommentar am Mittwoch, 30. Juni 2010 21:45
Das sind viele Infos zu einem Verband, von dem ich bisher nicht viel wußte. Der VCG hat in meinem Heimatklub keinen guten Ruf, aber wahrscheinlich kennen nur wenige Leute die Fakten.
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