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Bernhard Langer: „Bin schlecht aus den Startlöchern gekommen.“ |
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Donnerstag, 17. Februar 2011 |
Diese Woche spielt Bernhard Langer auf der „Champions Tour“ bei der „ACE Group Classic“ in Naples in Florida. Das Turnier startet am Freitag, heute nahm er sich während eines Trainingstages Zeit für ein Interview.
teeoff24: Bernhard, Sie sind jetzt zum dritten Mal in Naples am Start, die Saison ist in Gang. Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Start? Sieht so aus, als seien Sie noch nicht in Form.
Bernhard Langer: Das ist richtig. Der Auftakt war etwas rostig, ich habe diesen Winter eine längere Pause gemacht und war noch nicht in der Lage, alles zusammen zu setzen. Aber ich arbeite daran und gehe davon aus, dass es in den nächsten Wochen deutliche Verbesserungen geben wird.
teeoff24: Geben Sie uns eine Idee, was Sie im Winter gemacht haben.
Bernhard Langer: Ich war zwei Wochen lang Ski laufen, und ich habe einfach Pause gemacht. Zeit mit der Familie verbracht, einige Bibelstudien, Kirchenbesuche, Radfahren, Workouts, Büroarbeit, ein paar Charity Events, eine Menge verschiedener Sachen, die ich nicht machen kann, wenn die Tour läuft und ich viel auf Reisen bin. Ich war weg vom Golf für eine Zeit, jetzt bin ich hungrig und bereit los zu legen.
teeoff24: Nach dem Erfolg der letzten Saison, wo Sie fast alles gewonnen haben, war es da schwer, sich wieder zu motivieren für die neue Saison?
Bernhard Langer: Ja, es wird schwerer, weil ich im letzten Jahr praktisch alle Ziele erreicht habe, die ich mir gesetzt habe. Da habe ich mich hingesetzt und mir Ziele überlegt. Ich möchte meine Technik verbessern, am Putten arbeiten, ein wenig an jeder Ecke. Und wenn mir das gelingt, kommen die Siege automatisch und dann wird auch der Rest passieren. Es ist eben ein Spiel, das Geduld erfordert.
An diesem Punkt versuche ich gesund zu bleiben, Probleme zu vermeiden, mich um meinen Körper kümmern und ich arbeite hoffentlich an den richtigen Dingen in meinem Schwung. Die Ziele sind die gleichen geblieben. Du willst den Schwab Cup gewinnen, den Player of the Year, die Geldrangliste, Turniere im Algemeinen. Das sind die Ziele.
teeoff24: Gary Player hat sich heute sehr lobend über Sie geäußert, sie als Vorbild für eine ganze Generation Golfer weltweit bezeichnet. Ein paar Gedanken zu Gary Player?
Bernhard Langer: Ich glaube, dazu muss ich nicht viel sagen. Ich denke, jeder wird mir zustimmen, dieser Mann ist ein Phänomen. Ich meine, schauen Sie sich den an, ist er jetzt 72 oder 73?
teeoff24: 75.
Bernhard Langer: 75! Wie gut er aussieht, er macht immer noch eine 90-Grad-Schulterdrehung. Wenn man auf Jack (Nicklaus) oder Arnold (Palmer) schaut, die spielen nicht mehr in dieser Liga. Es zahlt sich jetzt aus, was Gary sein Leben lang getan hat. Workout, stretching er passt auf sich auf, ernährt sich richtig und das bewährt sich jetzt.
teeoff24: Erinnern Sie sich an Ihre erste Begegnung mit ihm?
Bernhard Langer: Ja, da ich 17, 18 oder 19, in der Größenordnung. Ich habe eine Runde bei der British Open in Royal Birkdale mit ihm gespielt, das war für mich ein Erlebnis. Er war überall, probierte verschiedene Schläger, unterschiedliche Schwünge. Er machte viele gute Schläge, aber auch ganz verrückte, für mich war das faszinieren, wie er and die Sache heran ging.
teeoff24: Wie schwer ist es denn jetzt, auf der Champions Tour zu gewinnen, wenn jedes Jahr ein paar neue 50jährige dazu kommen.
Bernhard Langer: Nun, ich denke, es hat sich herum gesprochen, das hier eine gute Tour läuft und die 40jährigen schauen schon auf uns, versuchen fit zu bleiben und wollen dabei sein. Sie hören auch mit 45 nicht auf, auch wenn sie ihre Tourkarte verlieren. Sie kämpfen weiter und klopfen an die Tür, wenn sie 50 werden. Da kommen ständig neue Spieler, und die Jungs sind gut. Und die noch da sind, wollen nicht weichen. Alles große Sieger, sogar Legenden, das gilt für viele. Es gibt jede Woche nur 78 Spieler. Das heißt, hier sind die Besten der Besten am Start, und sie wollen nach wie vor gewinnen und tun alles dafür.
Schauen Sie sich mal Tom Kite an. Der schlägt von morgens bis abends Bälle, macht die meisten Nächte die Range zu. Und er ist 60, oder um 60. Der war lange die Nummer Eins der Ewigen Geldrangliste, viele Jahre lang. Und er schlägt immer noch Bälle, stundenlang, um besser zu werden.
teeoff24: Merken Sie das Altern auch persönlich?
Bernhard Langer: Du verlierst Beweglichkeit und Muskelkraft, für die meisten von uns bedeutet das Verlust an Länge. Ich denke, es gibt sehr wenige – vielleicht Fred Couples, der hat kaum Länge verloren, höchstens ein wenig, aber der war auch immer sehr beweglich, aber das geht eben verloren. Egal mit welchem Arzt man spricht, jeder erklärt einem, ab etwa 30 verliert man jedes Jahr einen gewissen Prozentsatz an Kraft. Wenn Du Dir die Spieler hier anschaust, die meisten schlagen die Bälle nicht mehr so weit wie vor zwanzig Jahren. Aber man kann das ausgleichen durch Erfahrung, auch durch Technik. Wir haben heute Schläge drauf, die wir vor zwanzig Jahren noch gar nicht kannten. Wenn wir auf Kursen spielen, die zwischen 6300 und 6400 Meter lang sind, können wir noch überall mithalten.
teeoff24: Noch ein paar Gedanken zu Gesundheit?
Bernhard Langer: Gesundheit spielt eine große Rolle. Viele hier draußen haben ihre Probleme, sei es das Knie, die Schuler, Nacken oder Rücken. Das ist wie bei allen professionellen Athleten. Wenn Du eine Bewegung Millionen von Mal gemacht hast, zeigt Dein Körper Verschleiß. Da kommt dann Fitness ins Spiel, die diesen Prozess verzögern kann.
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