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Mittwoch, 23. Juli 2008 |
Bud North geht dahin, wo es wehtut: Auf die Grüns des Augusta National. Denn er will den besten Putter der Welt bauen.
Warum gewinnt Tiger Woods eigentlich Turniere in Serie und ist so unangefochten die Nummer eins in der Welt – und wird es aller Voraussicht nach auch noch lange bleiben? Weil er die langen Drives schlägt, die gern schon mal die 300-Meter-Marke überqueren? Falsch. Die richtige Antwort: Weil er so gut auf den Grüns ist. Eine aktuelle Studie, die seine Putts analysiert hat, bestätigt genau diese These. Rückschwung und Durchschwung sind exakt auf einer Linie, die Ausrichtung des Schlägerkopfes zum Ziel perfekt. „Drive for show, putt for dough“, sagen die Amerikaner, frei übersetzt heißt das: Lange Abschläge für die Galerie, auf dem Grün geht es ums Geld. Wie genau auch das wiederum auf Tiger Woods passt: Es geht schon gar nicht mehr darum, ob er der erste Milliardär des Sports wird, sondern nur noch darum, wann.
Seine größten Erfolge hat der Tiger auf den Grüns von Augusta errungen, beim US Masters. 1997 gewann er als junger Profi mit einem sensationellen Vorsprung von zwölf Schlägen. 2005 gewann Woods bereits zum vierten Mal das für viele Golfer wichtigste Turnier der Welt. Sein Spiel wackelte, er gewann erst nach einem Play-off mit Chris DiMarco. Seine Rettung auf der Runde waren nicht lange Drives, sondern gute Putts, die immer wieder das Loch fanden. Tiger Woods kommt nur für die eine Turnierwoche jedes Jahr nach Augusta, ganz anders als Walton F. North. Der Mann lebt nur dreißig Minuten vom legendären Golfclub entfernt, ist kein Mitglied im exklusiven Club, aber häufiger auf den Grüns zu finden als die meisten der Mitglieder. Walton, der von seinen Freunden Bud gerufen wird, verbringt große Teile seiner Freizeit hier als Caddy, Mitglieder aus aller Welt rufen bei ihm an, um sich seine Begleitung für die Runde zu sichern. Auch das einzige deutsche Mitglied des exklusiven Clubs bucht ihn gern.
Immer wieder musste er erleben, wie die großen Wirtschaftsbosse und Vorstände aus Weltfirmen ganz kleinlaut wurden, wenn mal wieder gar kein Putt seinen Weg ins Loch fand und selbst ganz ordentliche Runden zum Desaster wurden, weil auf den Grüns gar nichts mehr ging. „Da habe ich beschlossen, mich mal etwas intensiver mit dem Putten zu befassen“, sagt er. Das war für den Single-Handicapper eine spannende Aufgabe, am Ende stand die Gründung einer Firma. Seit 1992 baut er seine Putter in kleiner und exklusiver Serie, tüftelt immer wieder an Details und hat gar kein Interesse, eine ganze Serie von Puttern zu entwickeln. „Eigentlich kann nur ein Modell das Beste sein, darauf konzentriere ich mich“, sagt er und beschreibt damit sein aktuelles Modell BN23, das er mit seinem Team in der kleinen Manufaktur in geringen Stückzahlen herstellt. Der Putter ist aus einem Stück Aluminium gefräst, die Schlagfläche eben und mit silbrigem Glanz.
Die Rückseite zeigt Bohrlöcher, die mit Blei gefüllt werden: Das gewünschte Kopfgewicht bestimmt die Menge. Ein Logo als Abschluss gibt dem Putter sein typisches Aussehen. Die Farbe des Putterkopfes ist wählbar. Selbstverständlich werden die Putter auch nach Maß gefertigt, Schaftlänge und Kopfwinkel können ebenso bestellt werden wie die Farben der Linien, die zur Ausrichtung dienen.
Bezug: Bud North in Deutschland Der Hamburger Händler Bernd Castan (www.castangolf.de ) importiert den BN23 nach Deutschland. Die Putter kosten je nach Ausführung zwischen 249 und 279 Euro.
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