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Der Wandel vom Tiger zum Angsthasen |
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Donnerstag, 1. April 2010 |
Es war einmal ein Tiger, der durch sein Revier stolzierte und von den anderen Tieren als Herrscher eines Territoriums namens Golfplatz anerkannt und verehrt wurde. Er strahlte Selbstvertrauen aus und bezwang jeden, der versuchte, ihm seinen Platz streitig zu machen. Dies ging über viele, viele Jahre so, bis, ja bis der Tiger selbst glaubte er wäre kein Tier sondern ein Gott. Denn als solchen hatten ihn die anderen Tiere und auch die Menschen, die ihn beobachteten, immer bezeichnet.
Eines Tages kam heraus, das der Tiger eine große Verfehlung begannen hatte, indem er seine treue Tiger-Frau nach allen Regeln der Kunst belogen und betrogen hatte. Erst war er noch bissig und leugnet alles, doch nur ein paar Wochen später kam die ganze schreckliche Wahrheit heraus und der Tiger verkroch sich in sein Schneckenhaus, ließ sich in seinem Revier nicht mehr blicken und leckte im verborgenen seine Wunden. Nach einiger Zeit traute er sich wieder aus seinem Bau heraus, versammelte die Freunde um sich, die ihm noch geblieben waren und gab ein Herz zerreißendes Statement ab. Wie ihm doch alles so Leid täte und wie er sich selbst verabscheut wegen der begangenen Taten. Er möchte alles ungeschehen machen und hat sich extra wieder in Therapie begeben, denn seine Verfehlungen wären eine ernste Krankheit, von der er geheilt werden möchte. Er wusste auch zu diesem Zeitpunkt nicht, wann er in sein Revier zurückkehren würde, um die Herrschaft wieder zu übernehmen. Als die anderen Tiere dies hörten, schüttelten sie nur den Kopf, denn solch einen Oskar reifen Auftritt hatten sie dem einstigen Herrscher des Territoriums Golfplatz nicht zugetraut. Sie wandten sich beschämt ab und versuchten nun das Revier unter sich aufzuteilen.
Kaum vier Wochen später tauchte der Tiger wieder auf und gab bekannt, dass er Anfang April wieder den territorialen Kampf im Revier Georgia aufnehmen werde. Er teilte mit, dass er bereit wäre, den Machtkampf mit den anderen Tieren wieder aufzunehmen. Ein paar Tage später stellte er sich dann auch den Fragen von zwei großen Berichterstattern. Jeder erwartete endlich die Wahrheit, doch was heraus kam war nur leeres Gerede, wie schon ein paar Monate zuvor, als er vor seinen Freunden sprach. Was deutlich zu erkennen war, war die Tatsache, dass der Tiger zum Angsthäschen mutiert ist und piepste auf die Frage, was er denn im Kampf um das Revier Augusta erwartet: „Ich weiß es nicht. Ich bin ein bisschen nervös. Ich weiß auch nicht, wie die anderen Tiere reagieren werden und die Menschen, die den Kampf beobachten werde. Es wäre schön für mich etwas Beifall zu hören und ich hoffe, sie klatschen auch ein bisschen, wenn ich gute Kampfszenen habe.“
Der arme Tiger bettelt um die Gunst derer, die ihn vor ein paar Monaten noch als Gott bezeichnet hatten. Eingefädelt hat er seinen ersten Auftritt nach seinen Verfehlungen schon gut, denn jeder weiß, dass im Revier Augusta nur Beobachter zugelassen werden, die schon seit Jahren im Besitz einer Eintrittskarte sind. Wer sich hier schlecht benimmt oder gar Tiere ausbuht, wird sofort aus dem Revier geworfen und dies auf Lebenszeit. Das will natürlich keiner riskieren. Auch die Berichterstatter müssen sich im Zaum halten. Eine falsche Anmerkung und auch sie sind draußen. Dies geschah zum Beispiel mit einem gewissen Menschen Gary McCord Ende der neunziger Jahre. Er hatte sich damals nicht gerade positiv über das Präsidium des Reviers Augusta geäußert und wurde noch während der Revierkämpfe vor die Tür gesetzt.
Diese Geschichte zeigt, dass in jedem Tiger ein kleines, scheues und verschüchtertes Angsthäschen steckt – doch aufgepasst: Angeschossene Tiger sind die gefährlichsten.
Ähnlichkeiten mit noch lebenden Tieren oder Personen in dieser Geschichte sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.
» 1 Kommentar
1"Osterhase" am Freitag, 2. April 2010 19:11
Prima Artikel zu Ostern, vielen Dank. Angsthase/ Osterhase! Habe sehr geschmunzelt beim Lesen! Bin vor allem gespannt, wie die Zuschauer in Augusta reagieren. Pfiffe, Buuuhhs, mal sehen ob sich einer traut. Oder haben die Angst, vom Platz zu fliegen?
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