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Wedges mit neuen Rillen auf dem auswechselbaren Schlägerblatt und solche ganz ohne Rillen auf demselben spaltet die Kongregation der Spingläubigen.
Die Rillen im Schlägerblatt eines Golfschlägers, die mit dazu dienen sollen den Ball in Rotation zu versetzen, bezeichnet man als Grooves. Dieser so erzeugte Rückwärtsdrall (Backspin) führt dazu, dass der Ball direkt auf dem Grün stoppt und sogar zurück rollt.
Rillen auf der Schlagfläche von Golfschlägern anzubringen datiert zurück in die zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Bis dahin waren die Schlägerflächen rau und oft rostig aber ohne Rillen.  Nach nunmehr 300 Jahren Golfschlägerbau begann man, um die gummiummantelten Golfbälle zum abrupten Halten zu bringen, Rillen, Noppen oder Häkchen auf dem Schlägerblatt anzubringen. Schon 1924 kam es zu einem Verbot all zu extremer Rillen und anderer Markierungen.
Nach intensiven Testreihen haben die amerikanische und europäische Regelbehörde (USGA und der R&A St. Andrews) beschlossen Form und Größe der Rillen neu zu reglementieren, da es sich herausgestellt hatte, dass mit den modernen, U-förmigen Rillen nahezu kein Unterschied mehr in Hinblick auf die Rotation besteht, wenn der Ball aus dem Rough gespielt wird. Somit ist für den Spieler egal ob er seinen zweiten Schlag vom Fairway oder aus dem Rough spielen muss. Präzision vom Tee wäre damit obsolet.
Ab 2010 dürfen Top Professionals bei Schlägern mit mehr als 25 Grad Loft (entspricht etwa einem Eisen 4) nur noch V-förmige Rillen oder U-Rillen mit verringertem Volumen und entschärftem Kantenradius verwenden. Für den Normalgolfer gilt, dass er seine alten Eisen noch bis 2024 spielen darf, allerdings dürfen ab 2011 keine regelwidrigen Schläger mehr in den Verkauf gebracht werden.
Taylor Made reagiert auf die Neuregelung mit Wedges bei denen die Schlagfläche mit den neuen und regelkonformen V-Grooves ausgewechselt werden können. Es gibt dieses XFT Wedge in sechs unterschiedlichen Loft Varianten mit 50, 52, 54, 56, 58, 60 und 64 Grad mit Schaftlängen zwischen 35 bis 35,5 Inch (88,9 – 90,17 cm) sowohl für Rechts- als auch für Linkshänder.
 Die grundlegende Idee ist es, der Abnutzung der Rillen durch häufiges Auswechseln der Schlagfläche zu begegnen. Die Verschraubung des Schlägerblatts wird, durch einen Vielzahnsteckschlüssel der im Lieferumfang enthalten ist, an der Rückseite des Schlägerkopfs gelöst bzw. fixiert. Den Einsatz gibt es sowohl in der bis 2024 zulässigen Version für Amateure als auch mit Rillen nach den neusten Regeln. Er ist leicht zu montieren, aber mit einem Preis von 49.50 Euro alles andere als preiswert. Der Hersteller empfiehlt bei Amateuren den jährlichen Austausch der Schlagfläche. Für den ganzen Schläger lautet die offizielle Preisempfehlung 139 Euro.
Einen völlig entgegengesetzten Weg geht der deutsche Golfschlägerhersteller und Tüftler Michael Klais. Er verzichtet wie vor hundert Jahren üblich vollständig auf Rillen auf dem Schlägerblatt und verspricht dem erstaunten Interessenten dadurch sogar mehr Ballrotation als mit den gewohnten Rillen. Dazu bemerkte schon der amerikanische Physiker Dave Tutelman, das Rillen seinen Untersuchungen nach keinerlei Einfluss auf die Ballrotation haben solange es trocken ist und sich kein Gras zwischen Ball und Schlägerblatt befindet.
Die Grooveless Wedges Modell 2010 die die Firma Marken Golf anbietet gibt es mit 52, 56, 60 und 64 Grad und verschiedenen Schaftoptionen. Drei Metallschäfte und ein Bi-Matrix-Schaft, der sich aus einem Stahl- und Graphitschaft zusammensetzt.
Bi-Matrix Schäfte sind metallverstärkte Graphiteschäfte, die die Vorteile beider Welten vereinen sollen. Das bedeutet, dass sie so körperschonend wie Graphitschäfte, aber gleichzeitig so präzise wie Stahlschäfte zu spielen sind. Die Verbindungsstelle sei seit Jahren bewährt und bislang (basierend auf mehrere tausend Schäfte) noch nie der Grund für eine Beanstandung gewesen, so versicherte uns der Hersteller.
Die Wedges werden hinsichtlich Lie, Länge, Schaft, Flex und Griff auf den jeweiligen Spieler abgestimmt, so dass Sonderwünsche bezüglich Loft und Lie sehr individuell berücksichtigt werden können. Das gilt auf für die Griffe selbst ein Ledergriff ist bestellbar. Hergestellt werden die Schläger in Deutschland. Der Preis für das von uns erprobte Modell mit Bi-Matrix Schaft lag bei 173 Euro. Die Schläger vermitteln ein angenehmes Gefühl im Treffmoment und lassen sich mit dem speziell für europäische Fairways konzipiertem Sohlenwinkel zielgenau spielen. Mit zum Spielkomfort tragen auch die Bi-Matrix Schäfte bei, die so nur bei Marken Golf zu haben sind. Wir sind auch ohne Rillen hervorragend mit den Schlägern zurechtgekommen, der Ball stoppt gut auf dem Grün und der Spielkomfort war überzeugend. Fazit: es geht auch ohne Rillen und das nicht schlecht.
Es scheint als ob neue Stahllegierung zusammen mit den modernen Bällen die Rillen überflüssig machten. Vorschriften wonach die Schlagflächen der Eisen Rillen haben müssten gibt es nicht und somit sind diese ungewöhnlichen Schläger generell regelkonform.
Sollten sich auch große Hersteller dieser Variante annehmen so böten die Wedges mit auswechselbaren Schlägerblatt Raum für beide Alternativen. Ganz nach Gusto könnte der Spieler entscheiden ob er, im übertragenen Sinne, wie der Formel-1 Pilot, je nach Wetterbedingungen, Sliks oder Profilreifen aufziehen will.
HARRY NIEMANN
» 5 Kommentare
1"Groovelles" am Mittwoch, 5. Mai 2010 07:33
Hallo Ich spiele die Groovelles Blades und Wedges. Diese Golfschläger funktionieren auch problemlos im Regen. Die Kombination mit Bi-Matrix Schäften ist auch sehr körperschonend zu spielen. Am besten Ausprobieren. Gruß, Höfi
2"Mick" am Mittwoch, 5. Mai 2010 12:12
Mit den Grooveless spiele ich sehr gerne. Die Schläger vermitteln ein angenehmes Geführ im Impact, sind körperschonend und die Bälle kann man sehr genau plazieren, was immer wieder verblüfft.
3Kommentar am Mittwoch, 5. Mai 2010 12:15
Schläger ohne Grooves ? das gibt keinen Spin! Höre ich immer wieder. Stimmt nicht, man bekommt den Spin den man will. Außerden sind die Grooveless etwas Besonderes. Es war schon immer etwas teuerer einen besonderen Geschmack zu haben. Das ist es. Grüße Eduardo
4"Ohne Grooves" am Freitag, 7. Mai 2010 12:33
Erst so eine Diskussion um welche Grooves auch immer, und nun soll es ganz ohne Grooves gehen? Kann ich mir kaum vorstellen, ist bestimmt komisch, so einem Schläger vertrauen zu sollen!?!
5"die besten Schläger" am Freitag, 16. Juli 2010 15:41
Ich begreiffe nicht, weshalb nicht andere Hersteller auch auf Groovless setzen. Ich spiele seit 2 Jahren die grooveless Eisen + Wedges von Markengolf. Obwohl erst HCP 26 bekomme ich einen besseren Spin hin, als meine Kollegen in den tiefen 10ern! Ich bin aber auch froh, dass diese Schläger nicht so verbreitet sind, denn ich liebe es, etwas Exklusives zu spielen.
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