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Die harte Welt der EPD Tour |
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Donnerstag, 4. März 2010 |
Wer im Golfsport ins Profigeschäft einsteigen will hat keinen leichten Weg vor sich, dies ist allseits bekannt. Doch welche Chancen hat man in Deutschland als Golf-Profi seinen Traum, irgendwann auf die European Tour zu kommen, zu verwirklichen? Welche Voraussetzungen muss man finanziell mitbringen, um überhaupt eine Chance zu haben? Wir haben uns die EPD Tour einmal näher angeschaut und sind zum Saisonstart in die Türkei gereist, wo zu Beginn gleich vier Turniere hintereinander auf dem Programm standen.
Was wir erlebt haben war interessant und erschreckend zugleich. Interessant war die Tatsache, dass die Jungs trotz widrigen Wetterbedingungen hervorragendes Golf zeigten und einen Trainingsfleiß, den man nur von den Spielern der Top-Touren gewohnt ist, an den Tag legten. Erschreckend war, dass sich fast 90% der Spieler, trotz guten golferischen Fähigkeiten, unterhalb des finanziellen Existenzminimums bewegen. Soll heißen, wer keine Sponsoren hat oder Eltern, die Unterstützung leisten, hat fast keine Chance seinen Traum zu verwirklichen. Die Preisgelder der Turniere finanzieren sich fast ausschließlich durch die Startgelder. Wer in dieser Saison alle 20 Turniere spielen will, muss schon tief in die Tasche greifen. Acht Turniere finden im Ausland statt, bei € 500 Startgeld macht dies zusammen € 4.000 aus. Hinzu kommen 12 Turniere auf deutschem Boden mit einem Startgeld von € 250, sind zusammen noch einmal € 3.000. Doch mit den insgesamt € 7.000 ist es nicht getan, denn die Kosten für Flüge und Hotels für die ersten vier Turniere in der Türkei und die folgenden drei in Marokko schlagen nochmals mit insgesamt € 7.000,-- ein gehöriges Loch in die Kasse. Bei den Turnieren in Deutschland sind die Kosten zwar geringer, müssen aber auch erst einmal aufgebracht werden. Legt man hier pro Turnier einen Schnitt von etwa € 500 zu Grunde und multiplizieren diese mit 12, so kommen wir auf weitere € 6.000. Zählt man alles zusammen, so kostet die Spieler die Saison 2010 auf der EPD Tour geschätzte €20.000, pro Turnier also im Durchschnitt € 1.000. Lassen Sie uns einmal die Abschlussrangliste der Saison 2009 anschauen. Bernd Ritthammer hatte als Nr.1 der EPD Tour alle 18 Turniere gespielt und dafür ein Gesamtpreisgeld von € 25.318,74 erhalten, bei Kosten von rund € 18.000 also gerade einmal € 7.318,74 verdient. Diesen Betrag teilen wir durch die 10 Turniermonate, ergibt ein Monatseinkommen von € 713,74 und davon gehen noch die Steuern ab. Ein weiters Beispiel ist Sebastian Buhl. Auch er hatte 2009 alle 18 Turniere gespielt und insgesamt € 20.337,84 an Preisgeldern eingenommen, macht pro Monat, nach Abzug der Kosten, € 203,38, auch hier vielen noch Steuern an. Diese beiden Beispiele sollen zeigen, dass selbst die Besten am Ende einer Saison weit vom Existenzminimum entfernt sind.
Teil 2: Jochen Lupprian: "95% der Spieler machen Miese"
Teil 3: Gemeinsamkeit macht stark
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