|
Florian Fritsch – eine geplante Golf-Karriere |
|
Mittwoch, 30. September 2009 |
Er ist noch 23 Jahre alt und hat eine glänzende Amateur-Karriere hinter sich. Florian Fritsch, der gebürtige Münchner, der jetzt in Heidelberg seine Heimat gefunden hat, war Junioren-Europameister holte fünf Mal Gold bei den deutschen Mannschaftsmeisterschaften sowie Silber und Bronze bei den Mannschafts-Europameisterschaften. Im Mai 2009 wechselte er ins Profilager und sorgte gleich für Furore. Sein erster Auftritt auf der EPD-Tour wurde gleich mit einem Sieg belohnt. Danach notierte er zwei zweite Plätze auf der European Challenge Tour und liegt aktuell auf Rang 22 der Rangliste. Fritsch hat damit gute Chancen, sich die Tourkarte für die European Tour 2010 zu erspielen, denn die Top-20 sind qualifiziert.
Seine Profikarriere ist gut geplant worden. Bereits 2004 nahm er in München an einem Turnier der European Tour teil, entschied sich aber, trotz gutem Ergebnis, erst einmal drei Jahre nach Amerika auf´s College zu gehen und dort weitere Erfahrung zu sammeln. Ob diese Entscheidung damals richtig war, erklärte er uns in einem Exklusiv-Interview.
Florian Fritsch: Mein Trainer Frank Adamowicz hat mich damals beraten, nachdem ich mit dem Fachabitur fertig war, ich war gerade einmal 19 Jahre alt. Ich hatte 2004 ein paar Optionen, die ich ziehen konnte. Ich konnte direkt Profi werden, ich hätte weitere zwei bis drei Jahre als Amateur im Nationalkader spielen können oder ich hätte auf´s College in die USA gehen können. Zu diesem Zeitpunkt war mir klar, dass ich noch etwas Zeit brauche um zu reifen. Deshalb habe ich mich für´s College entschieden, weil da auch etwas für´s Hirn machen konnte. Frank war es wichtig, dass ich zum Ausgleich des Golfsports noch etwas anderes machen sollte, in dem Fall war es die Schule.
Vom Nationalkader und vom Trainer Frank Adamowicz weg zu sein und sich im College-Golf zurechtzufinden kann eine schwere Umstellung nach sich ziehen. Kann man denn das College-Golf mit der Förderung im Nationalkader vergleichen?
Florian Fritsch: Der Wettbewerb ist ganz anders. Die USA hat natürlich eine Menge Golfer, unsere besten in Europa können mit den Besten in Amerika mithalten. Auf der anderen Seite hat im College eine viel größere Mittelschicht, die gut spielen können. Bei den Amateurturnieren in Europa ist es meist so, dass 10 Leute etwas weglaufen, dann gibt es ein paar, die mithalten können und der Rest ist weit abgeschlagen. In den USA ist dies nicht so, da gab es nur ein bis zwei Schläge Unterschied zwischen dem 10. Und dem 40., also genauso, wie es jetzt auf der Challenge Tour oder der European Tour ist. Von daher war es eine super Vorbereitung auf meine Profi-Karriere.
War es schwer, sich nach drei Jahren wieder in das deutsche System einzufinden oder ging dies übergangslos?
Florian Fritsch: Eigentlich nicht, weil ich zwischen meinen Semestern war ich hier in Deutschland. Es war ja nicht so, dass ich drei Jahre nur in den USA gespielt und trainiert habe, sondern ich war auch vier bis fünf Monate im Jahr hier. Daher war es ein nahtloser Übergang. Auch der DGV hat sich in den letzten Jahren entwickelt, da viele Spieler in die USA gehen und sie somit einen guten Übergang finden. Nicht nur im Herrenkader, sondern auch ein der Zusammenarbeit zwischen dem DGV und PGA of Germany. Es wächst so langsam alles zusammen, was die ganze Geschichte zu einer runden Sache macht.
Ihr kurzfristiges Ziel ist es unter die Top-10 der Challenge Tour-Rangliste zu kommen, um für nächstes Jahr die volle Spielberechtigung für die European Tour zu erhalten. Das langfristige Ziel für Sie ist es nur auf der Tour zu bestehen oder gibt es da höheres?
Forian Fritsch: Das wäre ein mittelfristiges Ziel. Als langfristiges Ziel sehe ich für mich – meine Erziehung ist da sehr zurückhaltend – öfters die Chance zu haben ein größeres Turnier zu gewinnen, mein Lieblingsturnier ist hier die British Open. Aber alles nach seiner Zeit, erst einmal muß ich es schaffen, die Tourkarte für die European Tour zu erspielen.
2018 kann es sein, dass der Ryder Cup in Deutschland stattfindet, die Bewerbung dafür läuft in vollen Zügen. Ist dies auch ein großes Ziel, dann im europäischen Team zu stehen?
Florian Fritsch: Das würde mich auf jeden Fall freuen, und dann hoffentlich mit Martin Kaymer. Dann können wir wieder den Vierer spielen, wie wir dies im Nationalkader immer gemacht haben, während der Europameisterschaftszeiten. Dies würde mich auf jeden Fall reizen.
Bei dem Mercedes Benz-Championship machte Florian Fritsch eine gute Figur und kam mit Runden von 74 – 71 – 71 – 75 insgesamt +3 auf den geteilten 60. Platz. In der Finalrunde spielte er mit Bernhard Langer und dem ehemaligen Mastersieger Trevor Immelman. Auch hier ging ein Traum für ihn in Erfüllung. „Es ist schon etwas besonderes mit Bernhard und Trevor im Flight zu spielen. Bernhard war und ist mein Vorbild. Beide haben zusammen drei Mal Augusta gewonnen, da hat man schon Ehrfurcht. Es war eine tolle Runde, wir haben uns nett unterhalten, denn beide kamen auf mich zu und ich hatte nie das Gefühl nur ein Spieler der Challenge Tour zu sein,“ erklärte er hinter strahlend.
Florian Fritsch ist ein Jungprofi von dem wir mit Sicherheit noch viel positives hören werde. Seine besonderen Attribute sind Trainingsfleiß und Zurückhaltung, zwei Komponenten, die schon andere Profi-Golfer groß gemacht haben.
» Keine Kommentare
Es gibt bisher noch keine Kommentare.
» Kommentar schreiben
|
|
Kommentare:
Mallorca Golfcard: 14 Golfanla...
Golfer des Monats: Martin Kaym...
LPGA: Sandra Gal führt in Orla...
Mickelson wird 2012 in die Hal...
Arnold Palmer: Golf-Legende sp...
|
|