Gemeinsamkeit macht stark Drucken E-Mail
Dienstag, 9. März 2010

Das Leben als Golfprofi auf der EPD Tour ist hart, auf der einen Seite will jeder Spieler gute Ergebnisse erzielen, auf der anderen steht der immense Druck Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen. So ist es kein Wunder, dass viele am mentalen Druck scheitern.
Zwei Profis haben einen  Ausweg gefunden, diesem Druck etwas von sich zu nehmen. Sie haben sich zusammengeschlossen und eine Firma gegründet, um mehrere Möglichkeiten auszuschöpfen ihre Existenz zu sichern. Die Rede ist von Christoph Günther und Marcel Haremza.

Christoph Günther und Marcel HaremzaAuf dem Fundament einer guten Freundschaft und übereinstimmenden sportlichen und auch geschäftlichen Interessen haben, Christoph Günther und Marcel Haremza, im März 2008 die PROject GOLFsports GbR gegründet. Sie befassen sich mit allen Aspekten des Golfsports. Kundentage und Golfreisen stehen ebenso im Programm, wie Platzvermessungen und golfspezifische Marketingstrategien. Unter der Leitung ihres guten Freundes und Trainers Marc Amort wurde 2009 die erste PROject GOLFsports Academy im Golf and Country Clubs Schloss Langenstein eröffnet. Dieses kleine, aber feine  Unternehmen befasst sich auch mit der eigenen Vermarktung. Über die Jahre haben beide die Erfahrung gemacht, dass eine persönliche und direkte Verbindung zwischen Sportlern und Sponsoren ein starkes Bündnis schmiedet, welches enorm erfolgsversprechend ist. Neben all den Tätigkeiten steht jedoch ihr eigenes Spiel an erste Stelle. Die oberste Priorität für Günther und Haremza ist es, das Beste aus sich herauszuholen und in den kommenden Jahren den Sprung auf die European Tour zu schaffen. An diesem Ziel wird hart gearbeitet.

Wie es zu diesem Zusammenschluss kam, erzählten sie uns in einem Interview.

Christoph GüntherHat Ihnen beiden Golfspielen nicht mehr gereicht oder wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Christoph Günther: „Golfspielen ist ja schon recht selbsterfüllend, aber wir kennen uns schon sehr lange. Bereits 1999 kamen wir auf die Idee unser Preisgeld zu teilen und haben gemerkt, dass dies für uns ein Motivationsfaktor war. Über die Jahre hinweg hat sich unsere Freundschaft dann noch verfestigt und dann haben wir uns entschlossen auch geschäftlich etwas Gemeinsames zu machen. Wir beide hatten ja ein eigenes Management, doch wir haben dann festgestellt, dass dies, auf den Touren, auf denen wir spielen, nicht so viel bringt und das die Kontakte, die wir selbst pflegen dem mehr zusprechen.“

2008 haben Sie sich dann entschieden PROjects GOLFsport zu gründen?

Christoph Günther: „Wir haben uns Anfang 2008 zusammengesetzt und im März unsere Firma gegründet in der wir als Team gemeinsam auftreten. Wir haben die gleichen Sponsoren, die alle in die Firma einzahlen, unser beider Preisgeld fließt auch in die Firma und von diesen Einnahmen zahlen wir unsere gesamten Kosten.“

Marcel HaremzaWenn Freunde aus dem gleichen Metier geschäftlich zusammen arbeiten, ist dies immer gefährlich. In Ihrem Falle, was passiert, wenn der eine mehr Preisgeld verdient als der andere, dies ist meisten ein Streitthema. Wie gehen Sie damit um?

Marcel Haremza: „Aus meiner Sicht und sicher auch aus Christoph´s Sicht läuft es sehr gut, da fühlt sich keiner übervorteilt. Natürlich haben wir eine Regelung getroffen, wenn einer es schafft auf der European Tour zu spielen und wesentlich mehr Preisgeld einnimmt. Wir haben eine beiderseitige Vertrauensbasis, dass man sich da keine Sorgen machen muss. Bis jetzt gab es noch keine Probleme und ich bin mir sicher, dass es die in Zukunft auch nicht geben wird, dafür kennen wir uns zu gut.“

Wie muss man sich Ihre Arbeit abseits der Golfturniere vorstellen? Kommen Sie aus der Turnierrunde und setzen sich dann an ihren Computer und erstellen Konzepte für Firmenevents oder Golfreisen?

Christopf GüntherChristoph Günther: „Natürlich ist das etwas mehr Arbeitsaufwand, ich glaube aber, es ist gut, wenn man viele Aspekte hat. Wir sind nun mal auf den Touren, auf denen wir spielen, nicht finanziell unabhängig sodass wir sagen, wir können so gut davon leben, dass wir nichts anderes machen müssen. Wenn man sich nur auf die Einnahmen aus den Golfturnieren verlässt, kann es manches Mal recht frustrierend sein, wenn man die Kosten und die Einnahmen gegenüber stellt. Hat man aber ein zweites Standbein ist der Frust, wenn es beim Turniergolf nicht klappt, nicht so groß, denn man weiß, dass man noch andere Einnahmen hat. Natürlich ist es nicht immer einfach, nach einem harten Turniertag noch ein Kundenkonzept zu entwickeln, aber uns beiden hat der Kontakt zu Leuten oder Kunden immer schon sehr viel Spaß gemacht, deshalb ist es nur eine geringe Belastung, die nicht so ins Gewicht fällt. Im Gegenteil, man denkt an etwas anderes und bekommt den Kopf frei für den nächsten Turniertag.“

Unseres Erachtens ergibt sich aber auch ein logistisches Problem. Wenn Günther, zum Beispiel, in Marokko spielt und Sie, Marcel, in Deutschland. Heißt dies täglich Kontakt halten oder wie wird das Problem gelöst?

Marcel HaremzaMarcel Haremza: „Ja, wenn wir nicht gemeinsam in einem Turnierspielen, dann haben wir täglich Kontakt. Im letzten Jahr haben wir nur sehr wenig zusammengespielt, aber es lief gut. Es ist ja auch nicht so, dass wir jeden Tag Konzepte für Kunden oder Sponsoren erstellen müssen.“

Fazit:
Wer den Weg ins Profilager antreten will, muss sich vorher Gedanken machen, wie dies zu finanzieren ist. Die EPD Tour ist eine gute Einrichtung für die Profis, hier können sie ihre ersten Gehversuche im Profibereich unternehmen. Eines sollte aber jedem klar sein, Geld verdienen kann man hier nicht, im Gegenteil, jeder braucht finanzielle Unterstützung, um überleben zu können, auch die extrem guten Spieler, die Turniere gewinnen. Schade ist nur, dass sich die Medien nicht sonderlich für die EPD Tour interessiert und diese dadurch wenig Aufmerksamkeit erhält. Würde über die Turniere und Spieler dieser Tour ab und zu berichtet werden, würde ich sich vielleicht auch der eine oder andere Sponsor finden lassen und seine Unterstützung zusagen. Zum Schluss bleibt die Feststellung: die Jungs sind ehrgeizig, diszipliniert und spielen sehr gutes Golf und dies auf Plätzen, die nicht immer tourwürdig sind.

Teil 1: Die harte Welt der EPD Tour

Teil 2: Jochen Lupprian: "95% der Spieler machen Miese"

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"Ich habe geglaubt, schon jedem erdenklichen Hindernis begegnet zu sein, aber auf diesem Platz muß man sogar die Krümmung der Erde berücksichtigen."
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