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Zuerst möchten wir den Hut vor drei Spielern der European Tour ziehen, denn Lee Westwood, Rory McIlroy und auch Martin Kaymer erliegen im nächsten Jahr nicht der Verlockung der hohen Preisgelder auf der U.S. PGA Tour. Trotz ihres tollen Erfolges in den USA – Kaymer mit seinem Majorsieg, McIlroy mit seinem Erfolg Anfang Mai in North Carolina und Lee Westwood wurde die Nr. 1 der Welt – haben sie sich entschieden, 2011 hauptsächlich in Europa zu spielen. Graeme McDowell dagegen wird 2011 wohl mehr in den USA antreten, aber auch seine Tourkarte der European Tour behalten.
Zu den positiven Überraschungen kann man ohne Weiteres den Ryder Cup Sieg der europäischen Mannschaft unter Colin Montgomerie bezeichnen. Spannend war es bis zum letzten Putt.
Widmen wir uns jetzt den einzelnen europäischen Touren und deren ebenfalls meist positiven Überraschungen.
Ladies European Tour
Hier fiel erst in der zweiten Dezemberwoche die Entscheidung, wer die Nummer eins der Moneylist wird und wir können die „Mädels“ zu einer tollen Saison beglückwünschen. Allen voran die „Grande Dame“ Laura Davies und die Südafrikanerin Lee-Anne Pace, welche beim Showdown in Dubai um den Titel der besten Spielerin der LET kämpften. Die drittplazierte Engländerin Melissa Reid hatte keine Chance mehr in dieses Rennen einzugreifen. Erstmals in ihrer Karriere entschied Lee-Anne Pace die Money List der Ladies European Tour für sich, Laura Davies musste mit dem zweiten Rang vorlieb nehmen.
Eine sehr starke Saison spielte sowohl die Niederländerin Christel Boeljon, die sich sieben Mal unter den Top-10 platzieren konnte, als auch die Engländerin Florentyna Parker – sie landete ihren ersten Sieg in diesem Jahr und kam danach noch fünf Mal unter die Top-10. Beste Deutsche wurde Anja Monke auf Rang elf. Ihre Landsfrau Caroline Masson wurde 26. und kam gleich in ihrem ersten Tourjahr unter die Top-30 der Rangliste.
European Seniors Tour
Ja, richtig gelesen, auch diese Tour gibt es noch. In dieser Saison standen 21 Turniere auf dem Programm, teilweise allerdings mit nur noch € 200.000,-- dotiert. Boonchu Ruangkit hatte am Ende die Nase vorne und sicherte sich die Trophäe als Nummer eins in Europa mit insgesamt €266.609,-- verdientem Preisgeld. Bester Deutscher wurde Thorsten Giedeon auf Rang 57. Bereits am 19.November begann die Turnierserie 2011, doch auf dem Plan stehen momentan nur acht (!) Turniere.
European Tour
Im Race to Dubai war es bis zum Schluss sehr, sehr eng. Es stellte sich die Frage, wer wird die Nr. 1 in Europa, Martin Kaymer oder Graeme McDowell. Beide trennten gerade einmal € 290.000,-- vor dem letzten Turnier, der Dubai World Championship. Eines war jedoch vorher schon klar, beide Spieler hatten das Golfjahr ihrer Karriere. McDowell holte sich bei der U.S. Open seinen ersten Majortitel, Kaymer bei der U.S. PGA Championship. Der Nordire gewann insgesamt drei Turniere in dieser Saison, der Deutsche vier. Am Ende hatte Kaymer die Nase vorn und sicherte sich den Platz an der Sonne in Europa. Mit 10 Jahren entschied er sich für das Golfspiel, mit 15 Jahren war er Scratch-Spieler und 10 Jahre später gewann er sein erstes Majorturnier und wurde die Nr. 1 in Europa. Was für eine Karriere. Doch auch Graeme McDowell ging nicht leer aus. Erstmalig in der Geschichte gab es in Europa zwei Spieler des Jahres. Eine salomonische Entscheidung beantwortete die Frage wer den offiziellen Titel „The Race to Dubai European Tour Golfer of the Year“ bekommen wird. Beide! Martin Kaymer und Graeme McDowell sorgten für eine historische Entscheidung, denn in der Geschichte der European Tour hat es das vorher nie gegeben.
Platz 80 ging an Marcel Siem, dem zweiten Deutschen im Race to Dubai. Die Überraschung auf der European Tour war aber der Italiener Matteo Manassero. Am 19.04.2010 gerade einmal 17 Jahre alt geworden, erspielte er drei Top-10 Platzierungen, darunter seinen ersten Sieg bei den Castello Masters. In 18 Turnieren schob er sich in der Rangliste auf den 29. Platz.
Absteiger der Saison u.a. der Engländer Nick Dougherty (Platz 122). Hätte er nicht im letzten Jahr in München gewonnen, ihm wäre die Qualifikationsschule in diesem Jahr nicht erspart geblieben. Enttäuschend auch der Auftritt von Colin Montgomerie (Platz 130), aber er ist entschuldigt, hat er doch den Ryder Cup wieder nach Europa geholt.
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