Wedges: Von Gräbern und Gleitern
Donnerstag, 27. August 2009

Toppen Sie ihr Sand-Wedge auch häufiger, wenn sie die Fahne vom Fairway aus angreifen? Das passiert gerne im Sommer, wenn es lange nicht geregnet hat und die Fairways ausgetrocknet sind. Keine Sorge, vielleicht hatten Sie einfach nur das falsche Instrument zur Hand. Denn Sand-Wedge ist nicht gleich Sand-Wedge, es gibt feine Unterscheide mit großer Wirkung.

BounceBei Wedges gibt es neben dem Loft noch ein zweites entschiedenes Merkmal, das auf die Spielbarkeit des Schlägers Auswinkungen hat, den Bounce. Das ist der Sohlenwinkel zwischen der Vorderkante des Schlägers (Leading Edge) und der Endkante der Schlägersohle. Er wird, wie auch der Loft, in Grad gemessen und angegeben.

Bei hartem Untergrund prallt die Sohle (hintere Endkante) eines Wedges mit hohem Bounce leicht am Boden ab, ein getoppter Ball ist die Folge. In einem Bunker ist dieser Effekt durchaus erwünscht, der Schläger lässt sich dadurch wie ein Spaten durch den Sand ziehen. Schläger mit viel Bounce werden als Gräber oder Bagger (Digger) bezeichnet, sie sollen den Spieler bei seinem Bunkerschlag unterstützen.

Dem Gräber steht der Gleiter (Slider) gegenüber, bei dem der Bounce-Grad deutlich niedriger ausfällt und der sich leichter vom Fairway spielen lässt. Neben den beiden Extremen mit wenig und viel Bounce gibt es in der Regel eine Variante, die mit mittleren Bounce-Grad ausgeliefert wird. Das ist sozusagen, das Beste aus beiden Welten.

Bernhard Langer im BunkerLeider gibt es bei den unterschiedlichen Anbietern keine einheitliche Regel,  jeder versteht unter den verschiedenen Bounce-Varianten etwas anderes. Bei einem 56° Sand-Wedge reicht das Angebot von 8° bis 16°. Demnach wird ein Sand-Wedge mit 10° bei den einen als Wedge mit wenig Bounce, bei anderen als Wedge mit mittlerem Bounce angesehen.

Für die meisten harten Plätze in Deutschland, die durch kurz gemähte Fairways mit lehmigen Untergrund gekennzeichnet sind, macht ein Sand-Wedge (54°- 56°) mit 10 oder 11 Grad Bounce Sinn. Damit kommt man gut aus dem Bunker und kann die Fahne vom Fairway aus attackieren. Ein höherer Bounce-Grad ist nur dann von Vorteil, wenn die Fairways oder der Bunkersand extrem weich sind. Hier gilt als Faustregel: je weicher der Untergrund, desto mehr Bounce. Das ist aber vor allem in den USA der Fall, wo die Plätze gut gewässert und intensiv gedüngt werden. Viel Bounce ist aber auch für diejenigen von Vorteil, die nicht so gut aus Bunkern spielen können. Die müssen dann allerdings in Kauf nehmen, dass sie das Wedge vom Fairway häufiger toppen.

Der Bounce bei Gap-Wedges (50°-52° Loft) sollte zwischen 6° und maximal 8° liegen. Ein Wedge mit 60° sollte maximal 6° oder 7° Bonuce haben.

Welche Wedges braucht man?

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