Sterne strahlt schon wieder – Lee Westwood versagt
Sonntag, 21. Dezember 2008
Richard SterneWenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte, im richtigen Leben wie beim Golf. Die Streitenden am Finaltag der „South African Open“ waren der Engländer Lee Westwood und der Nordire Gareth Maybin – der strahlende Dritte der Südafrikaner Richard Sterne. Superstar Ernie Els hatte in der Pressekonferenz nach dem zweiten gesagt: „Der Pokal muss in Südafrika bleiben“. Da lag er noch auf dem zweiten Platz, verlor aber in der dritten Runde das Turnier mit einer 77, die ihn auf Rang 37 beförderte. Heute zeigte er, dass er wirklich ein ganz Großer ist, spielte die beste Runde des Tages und katapultierte sich auf Rang Drei. Alle Achtung! Eine zeitlang führte er das Turnier sogar an, doch zwei Spieler konnten mit ihrer späten Startzeit noch an ihm vorbei ziehen. Einer von ihnen der Rookie Maybin, der andere sein Landsmann Richard Sterne, der nach Runde Drei auf Rang 11 lag und mit einer 66 ins Klubhaus kam. 14 unter Par sein Gesamtergebnis, und die hinter ihm spielen Westwood und Gaybin kämpften, um ihn zu überholen. Der Engländer schien aber nach 9 Löchern schon komplett aus dem Rennen, 39 Schläge waren einfach zuviel. Auf den zweiten neun kämpfte er sich wieder heran, mit -13 lag er am Ende gleichauf mit Ernie Els. Gareth Maybin hatte seinen ersten Toursieg auf dem Putter, als er bei vierzehn unter Par auf dem Schlussloch einen kurzen Putt zum Birdie hatte. Das bedeutete Stechen, und das entschied Richard Sterne mit einem sicheren Biride für sich. Die Favoriten aus Südafrika spielten am Finaltag alle vorn mit. Die „Big Four“ Ernie Els (64, Platz Drei), Retief Goosen (71, Rang 6), Trevor Immelmann (67, Rang 10) und Rory Sabbatini (67, Position 11) ließen ihr Können aufblitzen.
Richard Sterne gewinnt damit das zweite Turnier in Folge, die „Order of Merit“ der südafrikanischen „Sunshine Tour“ und wird einen Sprung in die Top 50 der Weltrangliste machen. Damit ist er spielberechtigt für die vier „Majors“ und die „World Championships“. Da wartet dann viel Preisgeld und viel Prestige auf den 27jährigen. Heute gab es schon mal 158.500 Euro Preisgeld, davon lassen sich sicher ein paar schöne Weihnachtsgeschenke kaufen. Das erklärt sicher auch, warum seine Gattin sich ganz offensichtlich noch mehr über den Sieg freute als er.
Genau umgekehrt erging es dem Österreicher Bernd Wiesberger. Nach drei Runden auf Platz Sieben, schoss er sich mit einer 79 selbst ab und erhält genau 5000 Euro Preisgeld. Das reicht wohl kaum für die Reisekosten, mit einer guten Runde hätte er wohl noch eine Null an die Summe anhängen können.

bjs

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