PGA Tour: Kopfschütteln zur "Player of the Year"-Entscheidung
Mittwoch, 26. Oktober 2011

Luke Donald
Luke Donald
Die US PGA Tour trifft nicht immer Entscheidungen, die von den Spielern oder den Fans verstanden werden. Manchmal verstehen die Offiziellen ihre Entscheidungen wohl auch selber nicht. Jüngstes Beispiel: die Wahl zum "Player of the Year", zum Spieler des Jahres in den USA. Die Wahl sollte offiziell abgeschlossen sein am letzten Montag, einen Tag nach dem spektakulären Sieg von Luke Donald in Orlando, als er mit seinem grandiosen Auftritt noch an dem Amerikaner Webb Simoson vorbei zog und niemand daran zweifelte, das die Nummer Eins der Welt auch "Player of the Year" in den USA würde. Statt dessen kündigte die Tour an, den Sieger dieser Kategorie erst nach der "WGC-HSBC Championship" zu benennen. Kopfschütteln und Unverständnis überall, auch wenn Ty Votaw, Vizepräsident der PGA und Chef der Kommunikatio,  die Entscheidung verteidigt:
Webb Simpson
Webb Simpson
"Hätten wir die Änderung nicht gemacht, wären die Daten ohne Einbeziehung der HSBC nicht komplett. Es ist am Ende eine Frage des Fairness." Mit Verlaub, das ist Unsinn, denn das Turnier gehört zwar zu den "World Golf Championships", ist aber inoffiziell, zählt nicht mehr für die amerikanische Geldrangliste. Es scheint darum zu gehen, Luke Donald noch einmal in Frage zu stellen und die Tür für den jungen Webb Simpson zu öffnen, auch wenn Votaw geanus das - ungefragt übrigens - dementiert. "Nichts an dieser Entscheidung schmälert die Verdienste von Luke Donald. Aber es geht nicht um Luke Donald. Wir hätten die Entscheidung auch getroffen, wenn Webb Simpson am letzten Sonntag gewonnen hätte." Wer's glaubt, wird selig, wer es nicht glaubt, kommt auch in den Himmel. Luke Donald liess sich jedenfalls nicht zu einem unüberlegten Statement hinreissen und kommentierte: "Um ehrlich zu sein, die Tour muss die Dinge vereinfachen. Da scheint es keinen Anfang und kein Ende zu geben. Du beendest den FedEx Cup und denkst, die Saison sei vorbei. Dann kommt die "Fall Series" und Du denkst, jetzt ist es wirklich vorbei. Dann fügen sie das nächste Turnier hinzu." Donald hat für die "WGC HSBC Championship nicht gemeldet, weil seine hochschwangere Frau in den nächsten Tagen ihr zweites Kind erwartet. "Ich denke, auch wenn ich dort anträte und gewänne, finden sie noch ein Turnier, das sie anhängen." Und am Ende rutschte ihm dann doch noch heraus: "Diese Entscheidung ist bestenfalls ein Witz". Recht hat er.

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