Europa holt den Ryder Cup mit 14½:13½
Montag, 4. Oktober 2010
Der Ryder Cup
Wieder in Europa: Der Ryder Cup
Es war Spannung pur, was die 24 Spieler heute beim 38. Ryder Cup geboten haben. In einer der dramatischsten Schlussphasen der Ryder-Cup-Geschichte wurde der Cup erst in der 12. und letzten Partie entschieden. Graeme McDowell hielt dem Druck stand und sicherte dem europäischen Team um Kapitän Colin Montgomerie den nötigen Punkt zum Sieg,

Gleich die beiden ersten Punkte gingen an das US Team. Steve Stricker schlug Lee Westwood mit 2 &1 und sorgte im ersten Match des Tages für den ersten Punkt auf amerikanischer Seite. Den zweiten Punkt zugunsten der Amerikaner holte Dustin Johnson, der im vierten Match des Tages Martin Kaymer überrannte. Kaymer verlor sein Einzel-Debüt im Ryder Cup mit 6 & 4. Da lief nicht viel bei dem 25-jährigen Rheinländer zusammen, vor allem seine Putts wollten einfach nicht fallen.

Martin Kaymer
Martin Kaymer
Das zweite Match des Tages zwischen Rory McIlroy und Stewart Cink endete unentschieden. Den halben Punkt für den Nordiren hatte Cink mit ungewöhnlichen Schwächen auf den Grüns der letzten Löcher überhaupt erst möglich gemacht.

Den ersten vollen Punkt auf europäischer Seite sicherte Ian Poulter im fünften Match des Tages, der Matt Kuchar mit 5 & 4 nach Hause schickte. Kurz darauf schlug Luke Donald zu, der Jim Furyk im dritten Match des Tages mit 1 auf schlug und den zweiten vollen Punkt des Tages für das Team von Colin Montgomerie holte.

Dass pure Schlaglänge nicht alles ist bewies kurz darauf Miguel Angel Jiménez. Der 46-jährige Spanier setzte sich im siebten Match gegen den amerikanischen Longhitter Bubba Watson durch und gewann den 13. Punkt für Europa mit 4 & 3. Die USA stand bei 9 Punkten

Die nächsten zwei Punkte ging wieder an das Team um US Kapitän Corey Pavin. Ross Fisher verlor gegen Jeff Overton mit 3 & 2. Fisher hatte bis Loch 11 in Führung gelegen, dann setzte Overton mit vier Birdies auf den letzten fünf Löchern zum Endspurt an. In der achten Partie wurde Francesco Molinari das Opfer von Tiger Woods. Der jüngere der Molinari Brüder lag nach zwei Bahnen 2 auf und spielte groß auf. Sein Problem war nur, dass er auf einen Tiger Woods traf, der in absoluter Topform war. Woods hatte die 15 absolvierten Löcher mit sage und schreibe 9 unter Par absolviert. Dagegen war kein Kraut gewachsen, auch kein italienisches. Das US Team holte auf, es stand 13 zu 11 für das Team Europa.

Edoardo Molinari
Edoardo Molinari
Peter Hanson hätte sicher nicht gedacht, dass er an seinem 33. Geburtstag noch mit einem Ryder Cup Match beschäftigt sein würde. Und sein Gegner, Phil Mickelson, wollte heute keine Geschenke verteilen. Der Linkshänder schlug das schwedische Geburtstagskind im zehnten Match mit 4 & 2. Mickelson hatte mit einem Blitzstart die ersten vier Löcher für sich entschieden und gab diese Führung nicht mehr ab. Das US Team holte auf: Europa 13, USA 12.

Mit hängenden Schultern und feuchten Augen ging Edoardo Molinari vom Grün der 18. Der Italiener hatte gegen Rickie Fowler nach 14 Löchern vier auf gelegen, bei noch vier zu spielenden Bahnen. Dem 21-jährigen Fowler gelang das Kunststück, er gewann die abschließenden vier Löcher und holte den halben Punkt. Fast zeitgleich verlor Padraig Harrington das elfte Match gegen Zach Johnson mit 3 & 2. Es stand unentschieden, 13½ zu 13½.

Das letzte Match musste die Entscheidung bringen, da standen sich der Nordire Graeme McDowell und Hunter Mahan gegenüber. Und das Match entwickelte sich dramatisch. Bis Loch 14 lag McDowell 2 auf. An der 15 legte Mahan seinen zweiten Schlag an dem Par 4 tot an die Fahne und verkürzte auf 1 down. Gleich am nächsten Loch konterte Graeme McDowell mit einem Birdie und ging wieder 2 auf, bei noch zwei zu spielenden Löchern. An der 17, einem Par 3, lagen beide Spieler nach ihrem Abschlag nicht auf dem Grün. McDowell lag an der Roughkante, etwa 12 Meter vom Loch entfernt. Mahan hatte seinen Schlag deutlich zu kurz gelassen, lag vor dem Grün und hatte noch etwa 15 Meter bis zum Loch. Ryder Cup 2010Dann machte Hunter Mahan den folgenschweren Fehler. Er traf seinen Chip zu fett und war immer noch nicht auf dem Grün. Auch Graeme McDowell zeigte Nerven und ließ seinen Putt deutlich zu kurz. Doch Mahan kann seinen Putt nicht verwandeln, schenkt McDowell den Putt und gab damit das Match und den Ryder Cup nach Europa. McDowell gewinnt damit 3 & 1 und Europa mit 14½:13½.

Frank Pörsch

» 2 Kommentare
1"Whow!!!"
am Montag, 4. Oktober 2010 16:57von Nike
Welch ein super spannender Ryder Cup Marathon mit so einem glücklichen Ende für uns Europäer! Dieses Event ist wirklich einmalig und mit keinem Turnier zu vergleichen.Gefreut hat mich auch, dass Tiger wieder so erstklassik gespielt hat.He will be back in 2011.
2"Premiere vergeigt"
am Mittwoch, 6. Oktober 2010 17:13von Gabriella
Schade, das Kaymer so enttäuscht hat. Erst hat er sich im Schatten von Westwood und Poulter mit schwachem Spiel Punkte geholt, dann hat Johnson ihn richtig vorgeführt. Das schlechteste Einzel aller Spieler, oh je!
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