|
Ja, es geht links entlang in Irland – wie überall auf den britischen Inseln ist es zunächst einmal sehr ungewohnt, auf der linken Straßenseite zu fahren und die ersten Kilometer vom Flughafen in Dublin im Leihwagen sind sehr gewöhnungsbedürftig. Der Sitz ist auf der falschen Seite, die Straße wird falsch herum befahren. Vorsicht ist geboten. Das gilt auch für die ersten Schritte, die man zu Fuß zurücklegt – der Blick geht immer wieder in die falsche Richtung, manche Autos kommen bedrohlich nah. Doch bei der Ankunft in Portmarnock, dem ersten „Links Course“ auf dieser Reise, hat das Wort in seiner Bedeutung ausgedient. Ein „Links Course“ bezeichnet nichts anderes als einen in die Dünen gebauten Golfplatz, der sich auf soggenanntem „Linksland“ befindet. Das ist die Dünenlandschaft zwischen dem Meer und dem fruchtbaren Ackerland, das Wort geht auf das englische Verb „to link“ = verbinden zurück. Es gibt gerade Spielbahnen, Doglegs nach rechts und nach links, das Land war oft sogar zu karg, um das Vieh darauf grasen zu lassen. Für einen Golfplatz war und ist es geeignet, und so entstanden einige der schönsten Golfplätze auf diesem Planeten, einzigartig bewachsen mit den typischen Ginsterbüschen und mit Heidekraut, Bäume gibt es so gut wie nie. Die Dünen haben die Bahnen vorgezeichnet, die Plätze sind sehr natürlich, dabei oft dem Wind an der Küste ausgesetzt, der ungebremst über das Land fegt. Topfbunker gehören dazu, auch aus einem ganz einfachen Grund. Wäre der Bunker angelegt wie auf einem Parkland-Kurs im Inland, würde der Sand beim nächsten Sturm weggeweht werden, der tiefe Topfbunker ist die einzige Möglichkeit, den Sand im Spiel zu behalten. Also keine Boshaftigkeit der Architekten, sondern eine schlichte Notwendigkeit. Diese Golfplätze an der Küste sind auf Dünensand gebaut, eine Platzsperre wegen übermäßigen Regens gibt’s es nicht, auch heftige Regenfälle versickern sofort im Sand. In Irland gilt der Golfersatz: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung“ mehr als anderswo, denn schlechtes Wetter ist hier die Regel, nicht die Ausnahme. Trotzdem sind „Links Courses“ begehrt und jeder Golfer schwärmt von ihnen. Kein Wunder, von den insgesamt 39.000 Golfplätzen auf der Erde sind nur 160 echte „Links Courses“.
Etliche von ihnen gibt es in Irland, nicht nur im berühmten Südenund Südwesten, sondern auch im Norden und Nordwesten. Während dieGreenfees im südlichen Teil der Insel mittlerweile astronomisch bisunverschämt sind, hat der Norden durchaus noch originäres „Links Golf“zu vertretbaren Preisen anzubieten.
Die erste Station „Portmarnock“ liegt nur wenige Kilometer vomFlughafen entfernt, wurde bereits im Jahre 1858 gegründet und war langeder Privatplatz der Jameson-Dynastie, der Familie mit dem Whiskeygleichen Namens.
In Nordirland ist dann der „Ardglass Golf Course“ eine echte Empfehlung. Auf und ab an felsiger Küste, tolle Ausblicke über dasMeer. Ein empfehlenswertes Hotel in der Nähe ist das „Slieve DonardResort“, ein prächtiger Bau direkt am Strand. Neben dem Resort liegt „Royal County Down“, einer der berühmtesten Dünenplätze der Welt, er wird regelmäßig zu den zehn besten Plätzen der Welt gezählt. EinSpaziergang auf dem Platz reicht aus, um ihn zu sehen, oder möchten Sie 250 englische Pfund Greenfee bezahlen? Das ist sehr viel Geld für eine Runde Golf, aber wer den Platz gesehen hat, wird dann vielleicht doch schwach. Ich kann es verstehen.
An Belfast vorbei geht es zum „Royal Portrush Golf Club“, zweihervorragende Golfplätze laden ein. Der „Valley Course“ geht natürlichnicht durch ein Teil, sondern ebenso wie der „Dunluce Course“ auf undab durch die Dünen, die Ruinen des „Dunluce Castle“ sind die Resteeines Bauwerks aus dem 13. Jahrhundert. Kaum bekannt ist der„Portstewart Golf Club“mit seinem „Old Course“ aus dem Jahr 1894, dazugibt es „The Riverside“ und „The Strand“. 54 Löcher, eines schöner alsdas andere, jeder Platz eine Runde wert. Es lohnt sich, hier einen Tagmehr einzulegen, das „Everglades Hotel“ in Derry ist in Reichweite.
Im „Balllyfin Golf Club“ warten wiederum zwei 18-Loch-Plätze, die„Old Links“ und der „Glashedy“, benannt nach einer monumentalen Felseninsel im Meer, die von vielen Spielbahnen aus sichtbar ist. Die„Ballyliffin Lodge“ bietet preiswerte und ordentliche Zimmer.
Der nächste Stopp ist der „Portsalon Golf Club“. Einfaches Klubhaus,kaum Touristen, kein Andrang, so macht Golf richtig Spaß. Das gilt auchfür die nächsten Stationen: der „Rosapenna Golf Club“ mit zweimal 18Löchern. Der „Morris Course“ stammt tatsächlich von Old Tom Morris,wurde 1893 eröffnet. Der „Sandy Hills“ ist ein neuer Platz, wurde 2003 eröffnet. Er sieht allerdings so aus, als sei er schon immer hiergewesen. Eine Stunde weiter liegt der „Narin & Portnoo Golf Club“,ein echtes Juwel. Die Runde mit Head Pro Connor Mallon ist ein echtesHighlight der Tour, der Platz ist einfach klasse und er kostet nur 50 Euro Greenfee.
Zum Ende der Reise dann noch mal ein echtes Highlight. Nach einer Fahrt quer über die Insel zurück nach Dublin lockt das Ritz –Carlton Powerscourt, kurz vor Dublin inmitten eines historischen Gartens gelegen. Gute Zimmer, feines Essen – es gibt zwei Gordon Ramsay-Restaurants, die spektakuläre Küche offerieren – und natürlich Golf. „Powerscourt East“ und „Powersourt West“, zur Abwechslung keine „Links“-Plätze, sondern echte Parkland-Kurse. Besonders der „West“ hat es in sich, er wurde vom Architektur-Jungstar David McLay Kidd designt und bietet tolle Golflöcher.
Keine Frage, Irland ist eine Golf-Reise wert, und der kaum bekannte Norden und Nordwesten sind etwas für „Links“-Interessierte, die ein preiswertes Angebot suchen. Am besten, Sie buchen ein „Golf Package“, dann können Sie besonders günstig reisen, wohnen und golfen. Leihwagen in Irland sind vergleichsweise teuer, auch hier ist sicher sinnvoll,direkt beim Autovermieter vor Reiseantritt zu buchen. Preiswertes Beispiel: Bei einwöchigen Miete bietet die Avis Autovermietung ein Fahrzeug der Kategorie "Klein": Kleinwagen (z.B. Opel Corsa) ab rund 24 Euro pro Tag an - Anmietung und Abgabe in Dublin. Buchung und weitere Infos unter www.avis.de.
Claudia C. Huth
www.northandwestcoastlinks.com/
www.ritzcarlton.com/en/Properties/Powerscourt
www.avis.de
Golfen in Irland - Links-Festival I
Golfen in Irland - Links-Festival II
» Keine Kommentare
Es gibt bisher noch keine Kommentare.
» Kommentar schreiben
|