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Tag Fünf der Schrothkur in Oberstaufen und es fühlt sich richtig gut an. Die Diät hat Gourmet-Charakter, in Haubers Gutshof schmeckt die leichte Küche ganz hervorragend. Wenn da nur nicht diese Schrothpackungen wären. Morgens um vier klopft es an der Zimmertür, der Tiefschlaf wird unterbrochen, es gibt einen heissen Tee. Und dann wird die heisskalte Packung vorbereitet, und beim Hinlegen bin ich hellwach. Dann wird man eingewickelt, und ein paar Wärmepackungen bringen einen dann schnell ins Schwitzen. Das ist nicht schön, gehört zur Schrothkur aber dazu und ich lerne es, so schnell wie möglich wieder einzuschlafen. Nach einer Stunde wird man befreit und kuschelt sich dann noch einmal in die richtige Bettdecke, herrlich. Heute ist Trinktag und das heißt für meinen persönlichen Plan, das ist auch Golftag.
Der Golfclub Hellengerst soll sehr schön sein, haben andere Gäste bei Haubers verraten, darum habe ich mich dort angemeldet. Die Sonne schein, eine halbe Stunde Fahrt auf ein Hochplateau im Allgäu, nach den Schräglagen im Golfzentrum Oberstaufen hoffe ich darauf, auch mal nicht über oder unter dem Ball zu stehen. Der Empfang im GC Hellengerst ist freundlich, der Proshop und das Check-Inn für den Platz sind im Hotel Hanuselhof integriert, das direkt am Golfplatz liegt und die gleichen Eigentümer ausweist, die Familie Rainalter. Die Rainalters sind eine Großfamilie, die sowohl Hotel als auch Golfplatz im Familienverband betreiben. Die Eltern Gerti und Alois, dazu die Söhne Markus, Frank und Wolfram. Dazu die Frauen der Söhne und vier Enkelkinder. Der Golfplatz ist nicht nur eine Idee der Familie, sondern auch ein gemeinsames Projekt, das sie selbst mit eigenen Händen in die Tat umgesetzt haben. Als Markus Rainalter - er führt den Hotelbetrieb samt Golfrezeption - mir erzählt, sie hätten den Platz selbst geplant und gebaut, werde ich etwas skeptisch. Das geht selten gut, ist meine Erfahrung mit Do-It-Yourself-Plätzen. Doch nach wenigen Löchern legt sich das Misstrauen, zur Eröffnung ein Par 5, für Herren 529 Meter. Es heisst „Sonneck“, der Familienrat der Rainalters hat allen Löchern Namen gegeben. Klingt nicht sehr lang, aber der erste Drive muss einen Hügel hinauf, das kostet viele Meter. Zum Grün geht es dann wieder hangabwärts, und mir ist nach drei Löchern klar, im Allgäu wird „Plateau“ anders definiert als in Norddeutschland. Der Vorzug dieser Berg- und Talfahrt ist aber offensichtlich, es gibt herrliche Ausblicke auf die gesamte Alpenregion. Der Platz hat durchaus Klasse, interessante Verläufe der Bahnen, geschickt eingefügte Wasserhindernisse, Spaß und Sport sind hier Synonyme. Loch 9 heisst „Lange Strie“, das hat sicherlich mit 386 Metern Länge zu tun, ist ein schwieriges Par 4. Das lang ansteigende Doppel-Dogleg mit beiderseitigen Ausgrenzen führt zurück zum Hotel. Es wird wohl sehr zu Recht mit Vorgabe 1 geführt, das schwierigste Loch auf dem Platz. Vorgabe 2 hat sich Loch 12 verdient, es heisst „Big Trap“. Als einziges Loch trägt es einen englischen Namen, das wäre eigentlich nicht nötig gewesen. Nur 290 Meter lang für Herren, 252 für Damen, ist es gespickt mit Schwierigkeiten. Der Abschlag geht über einen Teich, der eigentlich nicht ins Spiel kommt. Eigentlich, denn auch aus diesem werden im Herbst viele Bälle gefischt, wie Markus Rainalter mir verrät. Rechts kommt in Drivelänge ein zweiter Teich ins Spiel, das kleine zweistufige Grün muss mit dem zweiten Schlag exakt getroffen werden, sonst ist hier kein Par möglich. Zum Ende der Runde dann ein Inselgrün, das Par 3 misst für Herren 149, für Damen 132 Meter. Ein erhöhter Abschlag, und von der Terrasse können Gäste beobachten, was die Spieler so anstellen, das ist herrlich.
Der Golfklub Hellengerst gehört leider nicht zum „Oberstaufen Plus“-Programm, das greenfeefreies Spiel für Gäste in den Oberstaufener Hotels ermöglicht, zumindest noch nicht. Markus Rainalter begründet das mit wirtschaftlichen Argumenten, der Familienrat wird sich aber sicher überlegen müssen, ob eine Integration in das sehr attraktive und erfolgreiche Programm nicht doch sinnvoll ist. Die Greenfeepreise liegen bei 57 Euro für Gastspieler, wer mit einem Mitglied spielt, zahlt nur 37 Euro. Wer länger bleibt, ist vielleicht mit der „Goldenen Greenfee Card“ gut bedient, für einmalig 218 Euro wird ein Greenfee-Nachlass von fünfzig Prozent für ein Jahr gewährt. Nach der Runde sitze ich auf der Terrasse des Klubhauses, jetzt ein Latte Macchiato und ein Stück von dem leckeren hausgemachten Kuchen, hmmhh...nix da! Es ist Schrothkur, bestellt wird Grüner Tee. Zurück in Haubers Gutshof, nach einer Runde Schwimmen im Aussenpool lockt das Abendessen. Pikanter Schroth-Strudel aus Karotten, Rosinen und Sonnenblumenkernen mit Paprikasauce und Pellkartoffeln. Sehr lecker, sehr gesund, sehr wenig Kalorien. Morgen ist wieder ein Tag Pause, dann habe ich die Sonnenalp auf dem Programm.
Golfclub Hellengerst
Helinger Straße 5 in 87480 Weitnau-Hellengerst
Proshop/Golfrezeption: 08378/9200-14
Fax: 08378/9200-19
Restaurant: 08378/9200-11
E-Mail:
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Web: www.golf-allgaeu.de
Hotel:
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Web: www.hanusel-hof.de
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