Orlando ist Floridas Golfzentrale. Vor allem Ende Januar, wenn im Messezentrum am „International Drive“ die „PGA Show“ über die Bühne geht, bei der nahezu alle wichtigen Hersteller mit großem Trara ihre neuen Produkte vorstellen. „Think Big“ – das uramerikanische Motto feiert hier immer wieder seine Auferstehung. Doch auch in den restlichen 51 Wochen des Jahres hat Orlando für Golfer reichlich zu bieten. Rund 200 Golfkurse gibt es in und um Orlando, die weitaus überwiegende Zahl öffentlich und für Greenfeespieler zur Auswahl.
Bevorzugen Sie den schottischen Linkskurse, schmale Wald- oder weite Prärieplätze – es ist alles da. Und natürlich haben auch hier alle großen Architekten ihre Visitenkarte abgegeben – in Form eines oder mehrerer spektakulärer Golfplätze. Robert Trent Jones Sr., Joe Lee, Rees Jones, Pete Dye und Tom Fazio. Das gilt auch für viele der ehemaligen Tourspieler, die Golfplätze entwerfen, Arnold Palmer, Jack Nicklaus, Greg Norman, Tom Watson und Nick Faldo. Darüber hinaus ist Orlando die Heimat für viele aktuelle Tourspieler, allen voran Tiger Woods, der hier zuhause ist. Aber auch Ernie Els, Graeme McDowell und viele andere genießen die hohe Lebensqualität – und das schöne Wetter - Orlandos.
Die haben es dann auch nicht weit zu den beiden PGA-Turnieren, die hier stattfinden. Das „Arnold Palmer Invitational“ im März sowie die „Childrens Miracle Network Classic“ im Oktober. Letzteres wird auf den Plätzen des Disney Resorts ausgetragen, diese Plätze stehen ansonsten auch den Besuchern der „Walt Disney World Resort“ zur Verfügung. Mit insgesamt 99 Löchern (5x18, 1x9) auf 314 Hektar des insgesamt 122 Quadratkilometer grossen Areals ist das das größte alleinstehende Golfresort des USA. Wer mit Familie anreist und auch die perfekt gestylten Themenparks besuchen möchte, wird auch von den Golfplätzen angenehm überrascht sein. Exzellenter Zustand der Kurse und bester Service in den modernen Klubhäusern – eine klare Note 1.
„Osprey Ridge“ist ein Entwurf von Tom Fazio. Er zieht sich durch eine Waldlandschaft, Eichen, Pinien und Palmen säumen die Fairways, keine Häuser weit und breit. Ein Ausflug in die Natur pur. Und die Golfcarts bieten sogar GPS neuester Technologie. Fairways, Grüns und Hindernisse werden fast naturgetreu auf grossen Bildschirmen abgebildet, jedes Mass wird metergenau angezeigt. Vier Abschläge (6400, 6080, 5400 und 4900 Meter) machen ihn für Spieler aller Klassen spielbar. Mit 135 Dollar ist er absolut preiswert und wenn Sie die „Twilight Rate“ buchen, können Sie ab Ende September bis Mitte Januar für 65 Dollar spielen – inklusive Cart.
„Lake Buena Vista“ berührt an einigen Stellen das Disney Resort und erinnert einen daran, wo man gerade zu Gast ist. Die gondelähnlichen Boote auf den Kanälen sehen zwar mehr nach Venedig als nach Florida aus, bilden aber einen reizvollen Kontrast zur Natur. Eine Klasse für sich auch der „Palm“. Überall kommt Wasser ins Spiel, und der Anfänger tut sich hier schwer. Der erfahrenere Golfer wird ihn lieben, dieses Meisterwerk von Joe Lee. Der Platz spielt beim Profi-Turnier im Oktober die Schlüsselrolle. Die Finalrunde wird allerdings auf dem „Magnolia“ gespielt, einfach weil hier mehr Zuschauer am Rande der Faiways Platz finden. Erhöhte Abschläge und grosse Grüns lassen den Blick auf Tiger Woods und seine Kollegen zu. Auch hier natürlich für Gäste die GPS-Technologie mit der 3D-Ansicht jedes einzelnen Loches. „Oak Trail“ ist letztendlich ein kleiner, aber netter 9-Loch-Platz,den man am Nachmittag auch mal mit seinen jüngeren Kinder geniessen kann. Ein „Walking Course“, sie dürfen ihre Tasche also tragen oder ziehen, ein echter Familienplatz als Alternative zum Mini-Golf. Aber auch hier guter Zustand und alles vom Feinsten. Leihschläger für Kinder gibt es gar gratis.
Die Höchstnote bekommen aber auch eine Menge weiterer Plätze. Zum Beispiel der „Ritz Carlton Golf Club“. Er ist eingebettet in ein Naturreservat, und der von Greg Norman entworfene Platz bietet spannende Löcher mit viel Liebe zum Detail. Seine Besonderheit ist ein Caddie-Concierge-Programm, der Caddie ist nicht nur Experte für den Platz, sondern auch für Geschichte und Natur. Das verspricht eine besonders spannende Golfrunde. Er kennt übrigens auch schon die abendliche Menükarte und Sie können schon frühzeitig einen Tisch bestellen und ihre Speisen auswählen. Und dabei nicht das Golf spielen vergessen!
Zu den jüngeren Angeboten zählen auch die Plätze des „Reunion Resort & Club“ gute 20 Minuten südlich von Orlando. Tom Watson hat den „Independence“ gezeichnet, stattliche 6.636 Meter von den hinteren Abschlägen. Arnold Palmers „Legacy“ ist genau einen Meter länger, aber dank breiterer Spielbahnen etwas angenehmer für mittlere und hohe Handicapper. Der neueste ist der „Tradition“ von Jack Nicklaus, typisch mit den vielen Sandhindernissen. Als ob die Schläge übers Wasser nicht ohnehin schwer genug wären...
Greg Norman scheint übrigens in dieser Gegend besonders umtriebig gewesen zu sein. Auch das „Omni Orlando Resort“ in Champions Gate hat ihn gebucht und sich zwei exzellente Plätze von ihm entwerfen lassen. „International“ im klassisch-schottischen Stil und „National“ als typischen Florida-Platz.
Auch Jack Nicklaus hat sich mehrfach um Golf in Orlando verdient gemacht. Im „Grand Cypress Resort“ hat er gleich 45 Löcher geschaffen, die mit dem Markenzeichen „Jack Nicklaus Signature Course“ ausgestattet sind. Der Meister hat höchstpersönlich Hand angelegt, sowohl für die 27 Löcher des North/South/East-Kurs als auch für den „New Course“. Letzteres ist eine Anlehnung an den „Old Course“ im schottischen St. Andrews, der Platz ist wie ein alter Küstenkurs angelegt. Wer in den Villas am Fairway wohnt, kann herrliche Ausblicke auf den Golfplatz geniessen und ist im Nu am ersten Abschlag. Die Plätze sind anspruchsvoll, im Jahre 2010 haben die Damen hier die „LPGA Tour Championship“ ausgetragen und sich auf den Grüns die Zähne ausgebissen.
Wenn Ihnen nach einigen Runden die Bälle ausgehen oder Sie nach dem vierten Putt auf den schnellen Grüns ihren Putter den Alligatoren zum Spielen übereignet haben oder gar das Gefühl haben, die Schläger seien Schuld an getoppten Eisen – nichts wie auf in einen der riesigen Discountläden. Sieben der 100 führenden Golfshops gibt es allein hier in Orlando. Neue Kleidung, neue Schuhe, neue Golfschläger – alles in den eingangs genannten „Think Big“-Dimensionen.
Ein Tipp für Familienväter: Tun Sie doch einfach so, als würden Sie ihre Kinder endlich einmal auf Mickey Mouse loslassen – was meinen Sie, wie schnell Sie dann die Zustimmung zu Ihrem nächsten Golfurlaub bekommen.
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