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Das war es mit Eis und Schnee, für mich ist der Winter vorbei. Ernsthaft, ich habe genug von Kälte, Schnee und Eis. Ich bin in Florida, und vorläufig werde ich den „Sunshine State“ nicht wieder verlassen. Ich mache mich in den nächsten Tagen und Wochen auf die Suche nach den schönsten Winterzielen im Südzipfel der USA. Warum Florida? Ganz einfach, nirgend wo ist das Wetter im Winter angenehmer als hier. Klar, in Europa gibt es auch schöne Ecken, aber selbst die portugiesische Algarve oder die spanische Costa del Sol, auch Mallorca sind einfach nicht warm genug und obendrein kann es im Winter auch schon mal eine Serie schlechter Tage mit viel Regen geben. Nicht so in Florida, zwischen November und März gibt es weltweit wohl kaum ein besseres Reiseziel für Golfer.
Die Anreise ist lang, keine Frage. Genau achtzehn Stunden habe ich dieses Mal von Tür zu Tür gebraucht, und das ganz ohne Verspätung. Ein angenehmer und ruhiger Flug mit Lufthansa von Hamburg via Düsseldorf, der Airport ist als Umsteigeflughafen weit angenehmer als Frankfurt oder München. Doch dann das übliche Prozedere nach der Ankunft. Lange Schlangen bei der Einwanderungsbehörde, das nervt.
Der Leihwagen bei Alamo ist schnell zur Abfahrt bereit, und zum Glück habe ich ein Hotel in der Nähe des Flughafens gebucht. Das „Biltmore“ in Coral Gables ist nur wenige Meilen entfernt. Keine zehn Minuten, als das Navi sagt: „Ziel erreicht.“ Coral Gables war einmal ein feiner Vorort von Miami, ist lange von der Stadt eingeholt, hat aber seinen Charakter behalten. Das Hotel in spanischem Stil ist in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts gebaut worden und hat einen Charme, den neue Hotels nur schwer bieten können.
Als ich nach dem Check-Inn beschließe, noch ein leichtes Abendessen zu mir zu nehmen, gehe ich in das „Fontana“ und sitze unter Palmen bei einem Glas Sauvignon Blanc. Herrlich. Das Thunfisch-Tartar ist exzellent, der Grouper als Hauptspeise mit einer Livornese-Sauce ebenfalls. Ich bin angekommen. Am nächsten Morgen Tee-Time auf dem Golfplatz, der sich direkt um das Hotel herumzieht. Donald Ross, der legendäre Golfkurs-Designer, hat diesen Platz 1925 entworfen, der jüngst komplett überholt wurde und sich bestens präsentiert. Prominente Sportler und Berühmtheiten aus dem Showbiz haben hier Station gemacht und Hotel und Golfplatz mit ihrem Besuch beehrt. Babe Ruth und Gene Sarazen gehören ebenso dazu wie Tiger Woods.
Ein echter Star wohnt auch hier, direkt an der 17. Bahn. Nichts anderes als „Lehmann“ ist sein neuer Spitzname, sein richtiger Name ist Salzwasser-Krokodil. Es gibt nicht nur die berühmten Alligatoren in Florida, ganz selten sieht man auch mal ein Krokodil. Dieses hat sich den Kanal zu seiner Heimat erkoren, ist mittlerweile vier Jahre alt und beeindruckt mit großem Maul, scharfen Zähnen und gut drei Metern Länge. Brian Linton, der „Director of Golf“ des Clubs, beruhigt aber: „Krokodile sind nicht dafür bekannt, aggressiv auf Menschen loszugehen“, gibt dann aber zu: „wir haben schon mit den Behörden gesprochen, aber die Umsiedlung eines Krokodils ist sinnlos. Es macht sich sofort auf den Weg zurück an seinen Heimatort.“ Eine Attraktion ist „Lehmann“ allemal, man kann nur hoffen, dass ihm eines Tages nicht doch einmal ein Golfer zu nahe kommt.
Direkt um die Ecke besuche ich das „Doral Resort“, das auf eine fast 50 Jahre lange Tradition zurückschaut. 1959 kauften der New Yorker Alfred Kaskel und seine Frau Doris 2400 Acres, knapp 1000 Hektar, Sumpfland am westlichen Stadtrand von Miami. „Think Big“, das uramerikanische Motto, ist ganz sicher keine Erfindung der Neuzeit. Die Idee der Kaskels: ein Hotel und ein privater Golf & Country Club, um gemeinsam mit möglichst vielen Freunden und Gästen aus dem Norden die warme Wintersonne in Florida genießen zu können. Bei der Namenssuche hatte das Ehepaar die glorreiche Idee, aus ihren beiden Vornamen eine Kombination zu kreieren. Doris trug drei Buchstaben bei, Alfred zwei. Dor + al, das Doral war geboren und eröffnete im Jahre 1962 mit zwei Golfplätzen und dem Hotel seine Pforten. Im selben Jahr wurde auch das erste Profigolfturnier ausgetragen, das „Doral Open Invitational“.
Die Kaskel liebten ihr Resort und eine Statue des Gründers am Putting Grün erinnert an die Gründer der Anlage. Hinter der Statue übrigens ein Springbrunnen, der die Weltausstellung in New York zierte. Doris Kaskel fand ihn so reizend, dass sie ihren Mann zum Kauf überredete und nun steht er im Herzen des Doral Resorts.
Vieles ist passiert seitdem mit dem Doral – eine Tradition ist immer geblieben. Der „Blue“ Course, der wegen seiner hohen Anforderung seit langem das „Blue Monster“ getauft wurde, ist ohne Unterbrechung Austragungsort der PGA Tour – vom 12. 15. März 2011 wird hier die „CA Championship“ ausgetragen, ein Turnier aus der Serie der „World Golf Championships“ mit einem Preisgeld von insgesamt 8, 5 Millionen Dollar. Alle Top-Pros werden im „Blue Monster“ aufteen, die Veranstalter erwarten einen nahezu vollständigen Aufmarsch der Weltelite.
Doch das „Doral Resort“ ist auch für Amateure eine Reise wert. Insgesamt fünf Plätze bietet dieses Eldorado für Golfer, der „Blue Monster“ natürlich der bekannteste und begehrteste.
Spielbar wir auch für Amateure durch fünf verschiedene Abschläge, allerdings ist es trotz Navigation via GPS kaum möglich, den unzähligen großen Bunkern oder dem immer wieder ins Spiel kommenden Wasser aus dem Weg zu gehen.
Wer hier nicht genug Bälle in der Tasche hat, muß beim Mitspieler betteln oder kann die Runde nicht zu Ende spielen und das wäre ein Jammer, denn das Schlußloch ist ein gigantisches, langes Par 4, am Wasser entlang und mit einer ganzen Armada von Bunkern verteidig. Wer hier ein Par spielt, hat eine Meisterleistung vollbracht, ein Bogey ist hier immer ein sehr guter Score!
Der „White“ ist ein Entwurf von Greg Norman und wird deshalb auch „The Great White“ genannt, nach dem Spitznamen und Markenzeichen des Australiers, des Weißen Hais. „Gold“, „Red“ und „Silver“ komplettieren das Angebot. Die Greenfees variieren je nach Kurs und Jahreszeit zwischen 95 und 290 Dollar, interessant sind wie so oft in den USA die „Golf Packages“, die Kombination von Hotelzimmer und Golf lässt die Preise auf ein sehr erträgliches Maß schrumpfen. Da bleibt am Ende dann noch genug übrig für einen Besuch im Wellnesstempel des „Dorals“. Golfer können sich mit speziellen Massagen die verspannten Muskeln lockern lassen – und das ist nur eins von 100 Angeboten, dass die Liste offeriert. Und hungern muß hier natürlich auch niemand – sechs Restaurants verzeichnet das Angebot, vom feinen Restaurant „Windows on the Green“ bis zur „Sports Bar“ ist alles da, was das Herz – und der Magen – begehrt. Eigentlich kann es hier für Golfer nicht langweilig werden, und falls doch – Miami Beach und die Partyzone ist keine halbe Stunde entfernt.
Redaktion: Claudia C. Huth Fotos: Bernd J. Störtebek
www.doralresort.com
www.biltmorehotel.com
http://www.miami-florida.de/miami_golfen.htm
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