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Florida Getaways – Schatzsuche mit Erfolgsgarantie |
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Donnerstag, 30. Dezember 2010 |
Wer an einem schönen Strand spazieren geht, schaut gern zum Horizont. Der weite Blick in die Ferne weckt Gefühle der Endlosigkeit, öffnet das Herz, schafft neue Perspektiven. Sanibel und Captiva Island an der Westküste Floridas haben diese Strände. Sand und Meer, soweit das Auge reicht. Doch hier lohnt nicht nur der Blick in die Ferne, denn hier liegt auch das Gute ganz nah. Zumindest, wenn man ein Faible für schöne Farben und Formen hat. Hier gibt es unzählige Muscheln, eine schöner als die nächste, die Inselstrände zählen zu den muschelreichsten der Welt. Schatzsucher finden hier herrliche Souvenirs. Vor der Küste gibt es keine Riffe, an denen Muscheln zerrieben würden, das Wasser ist seicht und warm, dazu der flache Meeresboden – das sind ideale Lebensbedingungen.
Die sind auch für Menschen hier nicht weniger gut. Die Inseln sind nicht übervölkert, Hochhäuser wie sonst in ganz Florida gibt es gar nicht und wird es auch in Zukunft nicht geben. „Hier ist kein Haus höher als die höchste Palme, und das bleibt auch so“, erläutert Cherill Howell voller Überzeugung. Die höchste Palme ist übrigens nicht höher als ein mittleres Einfamilienhaus, die amtlich festgesetzte Maximalhöhe ist exakt 13,7 Meter. Nur der 1884 erbaute Leuchtturm an der Südspitze ist höher. Die Frau war schon als Kind in den siebziger Jahren mit ihren Eltern auf der Insel und besitzt seit zwanzig Jahren und hübsches Strandhaus, „seitdem hat sich nicht viel verändert“. Zwar wurde der „Causeway“, die fünf Kilometer lange Verbindung zwischen dem Festland und den Inseln, gerade erneuert, aber allein schon die hohe Straßengebühr von 6 Dollar hält viele Leute ab, auf die Insel zu kommen. Außerdem wird an der Pforte genau mitgezählt und wenn Insel zu voll wird, geht die Schranke nicht hoch. So wird das rund 26 Quadratkilometer große Naturschutzgebiet geschont und wer auf die Insel möchte, sollte sich besser vor der Anreise in eines der vielen kleinen Hotels einbuchen, die fast alle direkt am Strand liegen. Zum Beispiel im „Island Inn“ am Ende von Sanibel Island. An den Strand sollte man immer ein kleines Behältnis mitnehmen, hier wird jeder zum Muschelsammler.
Die Muscheln findet man als Golfer dann bald wieder, zermahlen in Bunkern der beiden Golfklubs auf der Insel.
Der „Beach View Golf Club“ ist offen für Gäste und die Preise variieren je nach Saison zwischen 49 und 99 Dollar. Ein Schnäppchen, aber vielleicht wird der Preis durch den Ballverbrauch in die Höhe getrieben. Der Kurs ist zwar nicht lang, nur 5700 Meter von den Back Tees, und er beginnt auch moderat. Ein 277 Meter langes Par 4, kein Wasser, ein nettes Par zum Anfang ist drin. Loch 2 dann ein scharfes Dogleg, ein Slice verschwindet im Wasser auf der rechten Seite und der zweite (oder dritte) Schlag muss quer über den Teich aufs Grün. Dann noch einmal drei Löcher ohne feuchtes Nass, und wer hier schon seine Stableford-Punkte addiert hat, ist selber schuld. Ab Loch 6 bis Loch 18 Wasser überall. Links, rechts, frontal, es gibt kein Entkommen. Aber am Ende des Tages gibt es trotzdem keinen Grund zur Beschwerde. „Ein schlechter Tag auf dem Golfplatz ist besser als ein guter Tag im Büro.“ Das merken wir uns.
Wer sich am nächsten Tag auf dem zweiten Golfplatz, „The Dunes“, erholen will, sollte sich dieses Motto gemerkt haben. Mark McCumber hat diesen Platz 1995 in seine heutige Form gebracht, und es gibt keine einzige Bahn, bei der das Wasser nicht mitspielt! Der Platz bietet Natur pur, ist ein „Wildlife Preserve“ und Sie werden auf der Runde eine Menge Zuschauer haben. Alligatoren, Gürteltiere, Waschbären und allerlei Wasservögel, sogar Blaureiher, Weißkopfadler und „Ospreys“, gehören auf diesem Platz dazu. Bringen Sie unbedingt Ihre Kamera mit, es lohnt sich sowohl für Erinnerungsfotos vom Golfplatz als auch von den Tieren. Auch hier moderate Greenfees zwischen 50 und 100 Dollar, je nach Tageszeit und Saison.
Und dann gibt es da noch „Captiva Island“, ursprünglich ein Teil von „Sanibel Island“, bis ein Hurrikan einen Kanal schuf. Heute ist das „South Seas Resort“ ohne Zweifel eine der besten Adressen in Florida, vier Kilometer feiner Sandstrand, viele Zimmer mit Seeblick, ein Yachthafen – und ein Golfplatz. Neun Löcher, Par 27, das klingt nicht nach großem Golf. Und ist es irgend wie doch, denn die Par-3 Löcher sind eines schöner als das andere, sie sind tricky, und der Platz gehört zu den besten Kurzplätzen der Welt. Das Resort arbeitet mit „The Dunes“ zusammen, bucht Tee Times, die Fahrt dauert keine Viertelstunde.
Wer mehr Golf spielen möchte, muss zurück aufs Festland. Direkt am Eingang nach „Sanibel Island“ gibt es den „Shell Point Golf Club“, 18 abwechslungsreiche Löcher, die im Jahr 2000 eröffnet wurden und gut eingewachsen sind. Architekt Gordon Lewis ist international kaum bekannt, hat aber einige feine Klubs in Florida entworfen. Die Greenfees sind auch hier sehr zivil, selbst in der Hauptsaison geht es nicht über 60 Dollar für 18 Löcher inklusive Golfcart.
Was es in Deutschland gar nicht gibt, ist in den USA keine Seltenheit: Eine Stadt besitzt eigene Golfplätze. So auch Fort Myers, der eine ist der „Fort Myers Country Club“ und er stammt aus dem Jahre 1916. Damit ist er einer der ältesten Golfklub in Südwest-Florida. Der Klub ist alt, aber nicht veraltet. Grosse, alte Bäume und traditionelle, kleine Grüns sind eine Mischung, die sich selten positiv auf den Score auswirkt. Wer etwas für seine Fitness tun möchte, darf hier zu jeder Zeit des Jahres und zu jeder Tageszeit gehen, das ist in Florida nicht die Regel. Der zweite Platz im Stadtbesitz wurde gerade erst wieder eröffnet. Die Stadt hat 1,4 Millionen investiert, um alle Abschläge neu zu bauen, 84 Bunker einzufügen und ein neues Bewässerungssystem zu installieren. Hier steht kein Investor im Hintergrund, der Grundstücke und Häuser an den Fairways verkaufen möchte, darum wird der Kurs immer sehr natürlich bleiben. Die Greenfees beider Kurse liegen bei maximal 50 Dollar inklusive Kart.
Ein wahrlich ausgezeichneter Kurs „Old Corkscrew“ in Estero. Jack Nicklaus und sein Team bauen viele Plätze, aber nur sehr wenige sind „Jack Nicklaus Signature Design“ – Plätze. Da hat der große Meister dann selbst zur Feder gegriffen und diese Kurse sind immer etwas Besonderes. Das ist auch hier der Fall. Während Nicklaus als Golfarchitekt in früheren Jahren relativ rücksichtslos mit der Natur umgesprungen ist, zeigen seine neueren Kurse einen gefühlvollen Umgang mit der Natur. Alte Bäume sind geschickt in das Layout des Kurses integriert, natürliche Hindernisse haben Vorrang vor Künstlichen. „Golf Digest“ zählt den Platz zu Recht zu den besten neuen Plätzen der USA, die NCGOA (National Golf Course Owners Association mit 7300 Mitgliedern) nennt ihn gar den besten Platz Floridas. Der erst drei Jahre junge Platz ist ein echtes Erlebnis. Typische Risk-/Reward-Löcher locken zur Attacke und enden gern mal im Desaster. Wellige Grüns machen auch kürzere Putts nicht einfach, müssen sorgfältige gelesen werden. Der Name stammt übrigens von dem kleinen Fluss, der an einigen Bahnen ins Spiel kommt. Der Kurs hat von den Backt Tees ein Slope Rating von 142, das ist heftig. Allerdings misst er auch 7.393 Yards, rund 6.650 Meter. Das ist für Amateure deutlich zu schwierig, empfehlenswert sind die mittleren der fünf Teeboxen, das sind auch noch 5.800 Meter. 
Der Platz ist sehr naturbelassen, riesige Pinien, Zypressen und alte Eichen verleihen ihm seinen Charakter und hat seinen Preis, in der Hauptsaison bis zu 225 Dollar. Im Sommer geht die Rate nicht über 100 Dollar, am Nachmittag werden vom 1. Juni bis 15. Oktober nur 60 Dollar fällig.
Der Dollarkurs ist im Moment aber ohnehin so günstig, dass auch ein höheres Greenfee die Kasse nicht überfordern sollte.
Auch günstige Preise für Hotels und Restaurants machen die Reisen in die USA preiswert wie nie zuvor.
Und für Schatzsucher aller Art - egal, ob Golfer, Muschelsucher, Sonnenanbeter - scheint diese Region Floridas ganz offensichtlich ein besonders attraktives Fleckchen Erde zu sein. Wo sonst gibt es schon eine Garantie, sicher fündig zu werden?
Bernd J. Störtebek
» 1 Kommentar
1"Nix wie weg" am Freitag, 31. Dezember 2010 20:13
Wenn ich das Wetter hier in Berlin sehe, möchte ich sofort weg - und dahin. Klingt wirklich sehr gut, da bleibe ich am Ball. Kennt jemand einen guten Reiseanbieter für die Region?
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