Indian Summer Diary 2 – Essex County Club
Freitag, 6. November 2009

Essex County ClubNein, es ist kein Schreibfehler, der Essex County Club heisst nicht „Country Club“, sondern tatsächlich „County Club“. Der Grund ist seine lange Geschichte, er wurde bereits im Jahre 1893 gegründet und ist damit der Platz Nummer Sechs in den Geschichtsbüchern der USGA. Die Architekturlegende Donald Ross war hier Headpro und Greenkeeper in einem, von 1910 bis 1913. Er baute den Platz in der Zeit um und begann danach seine Jahrzehnte lange Karriere als Architekt von fantastischen Golfplätzen quer über den nordamerikaschen Kontinent. Essex County ClubDazu nur Beispiel: die „Tour Championship“, das Fedex Cup-Finale findet in „East Lake“ in Atlanta statt. Designer: Donald Ross, die Aufzählung ließe sich beliebig fortsetzen.

Doch zurück auf den „Essex County Club“. Headpros Jean und Thomas Waters (ja, ein Ehepaar bringt hier die Spieler in Schwung) empfangen Golfer im Proshop eines traditionellen Klubhauses, und wie „Old School“ der Platz ist, sieht man an der Scorekarte. „Men’s Score Card“ und „Ladies Score Card“. Essex County ClubBei genauerem Hinsehen stellt man dann fest, das der Platz für Damen Par 73 und für Herren Par 70 ist. Auch hier liegt der Ursprung wieder in der Geschichte. Es gibt nicht nur kleine Grüns, sondern oft auch nur einen Abschlag. Lange Par 4-Löcher werden von den Damen dann etwas weiter vorn vom gleichen Abschlag gespielt –als Par 5.

Loch Drei ist auch für Herren ein Par 5, mit 623 Yards (561 Meter) mit amtlicher Länge. Das Grün gilt als das älteste unveränderte Grün in den USA. Pfeilschnell und tricky, in der Mitte gibt es eine Senke, Essex County Clubdie liebevoll „Bathtub“, Badewanne genannt wird und wer in drei Schlägen auf der falschen Seite des Grüns ist, muss genau hinschauen und mit viel Gefühl putten, wenn er nicht eine Birdiemöglichkeit in ein Bogey verzaubern möchte. Besonders schön der Ausblick von Loch 10. Die Spielbahn wird links von Wald und einem Bachlauf gesäumt, rechts steht ein großer Hügel, aus dem die Felsen herausschauen. Typisch für die hügelige Endmuränen-Landschaft, wer hier spielt, braucht gute Kondition. Denn anders als auf den meisten amerikanischen Plätzen wird hier im Norden von Boston gegangen, Carts sind die Ausnahme.
Essex County ClubDamen werden hier übrigens sehr ernst genommen. Die Geschwister Margaret und Harriet Curtis waren hier Mitglied, nach ihnen wurde das wichtigste Amateurturnier für Damen benannt, der „Curtis Cup“ und im Essex County Club sind alle stolz, dass genau diese Amateurmeisterschaft der Damen aus USA und Grossbritannien im Sommer 2010 wieder hier ausgetragen wird.

Auch der Klub zeigt sich im Herbst von seiner schönen Seite.
Von Ahorn bis Zeder säumen sämtliche Laubbäume der Region die Fairway und entfalten ihr Farbfeuerwerk,

Essex County ClubDer „Essex County Club“ ist privat, aber auf Anfrage können Gäste im Klubhaus wohnen und auf dem Platz spielen.

Und noch ein Tipp zum Essen nach der Golfrunde: bei „Tom Shea’s“ in Essex gibt es den besten Hummer der Region. Eine unscheinbare Bretterbude am Rande der Straße entpuppt sich als klasse Restaurant, mit Blick auf den kleinen Hafen und über die Marsch. Frischer Hummer, zerlassene Butter, eine Backkartoffel mit Sour Cream und auch der Abend ist ihr Freund!

Mehr Bilder? Hier geht es zur Indian Summer Diary Galerie.

Essex County Club
School Street
Manchester-By-The-Sea 01944
Pro Shop: 978-525-7691
Startzeiten und Greenfees auf Anfrage
www.essexcc.org


Nächste Runde: Beverly Golf & Coutry Club


Indian Summer Diary 1 – Cape Ann Golf Course

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